Ein Flüchtlingslager im Westen des Iraks (Foto: picture alliance / dpa | Ahmed Jalil)

Die Genfer Flüchtlingskonvention wird verabschiedet

ZeitZeichen: 28. Juli 1951

 

Sendung: Mittwoch 28.07.2021 9.05 bis 9.20 Uhr

Sie verlassen alles, gehen oft nur mit ein paar Habseligkeiten in einer Plastiktüte über Grenzen ins Ungewisse. Menschen, die fliehen, wissen was Angst heißt: Vor Krieg, Hunger, Zerstörung, Unterdrückung und Folter.

Die Genfer Flüchtlingskonvention wird verabschiedet (28.07.1951)
Podcast [SR 2, Doris und Anja Arp, 02.07.2021, Länge: 14:29 Min.]
Die Genfer Flüchtlingskonvention wird verabschiedet (28.07.1951)

2019 kamen insgesamt etwa 100.000 Flüchtlinge und Migranten über das Mittelmeer in die Europäische Union. Das sind im Durchschnitt 280 Menschen am Tag. Sind das zu viele? Werden es noch mehr? Wer oder was kann sie aufhalten und mit welchem Recht? Die einzige Sicherheit, die sie auf Flucht und Vertreibung begleitet, ist das allgemeine Menschenrecht, die Grundlage der Genfer Flüchtlingskonvention.

Am 28. Juli wird sie 70 Jahre alt. Kein fröhlicher Geburtstag. Zwar haben 149 Staaten die Konvention unterzeichnet, doch der scheinbar globale Konsens trügt. Viele große Staaten sind nicht dabei und immer mehr Länder machen die Grenzen dicht und verstoßen gegen das Herzstück der Genfer Konvention: Keinen Flüchtling an der Grenze zurückzuweisen.

Von Doris und Anja Arp


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Schutzgarant unter Druck
Der UNHCR-Sprecher Chris Melzer hat im SR-Interview zur Vorsicht gemahnt, was die Erweiterung der Genfer Flüchtlingskonvention auf so genannte "Klimaflüchtlinge" angeht. Ein solches Reformbestreben berge die Gefahr, dass am Ende weniger "drin" sei als zuvor. Immerhin stehe die Flüchtlingskonvention zurzeit "unter Druck".

Wolfgang Kaleck, Generalsekretär des European Center for Constitutional and Human Rights e.V.
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"ZeitZeichen"

Montag bis Freitag um 9.05 Uhr auf SR 2 KulturRadio

Seit über 40 Jahren ist die Sendung "ZeitZeichen" eine feste Institution in der deutschen Radiolandschaft. Mit erzählerischer Kraft, analytischer Brillanz und publizistischer Kompetenz erinnert das "ZeitZeichen" an wichtige Daten und Ereignisse. Dabei geht nicht nur um Geschichte, Politik, Kunst und Kultur, sondern auch das Alltägliche, bis hin zum Skurrilen.

Neben dem aufwändig komponierten Beitrag sind im 15-minütigen "ZeitZeichen" alle Darstellungs- und Stilformen des Hörfunks zu erleben, von der reinen O-Ton-Collage über die Reportage bis hin zum Mini-Hörspiel.

Das ZeitZeichen ist eine Kooperation von SR 2 KulturRadio mit dem Westdeutschen Rundfunk.

Redaktion SR: Peter Weitzmann

Redaktion WDR: Michael Rüger

E-Mail: sr2@sr.de

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