Ein Stoppschild steht vor einem Atomkraftwerk. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich am Dienstag (15.03.2011) mit den Bundesländern darauf verständigt, dass mehrere Kernkraftwerke vorübergehend abgeschaltet werden.  (Foto: picture alliance / dpa | Armin Weigel)

Nach GAU in Fukushima: Angela Merkel verkündet den Ausstieg aus der Atomenergie

ZeitZeichen: 15. März 2011

 

Sendung: Montag 15.03.2021 9.05 bis 9.20 Uhr

Vier Tage nach der japanischen Atomkatastrophe am 11. März 2011 gibt Kanzlerin Angela Merkel die Energiewende bekannt, eine 180 Grad Wendung. Deutschland soll den Einstieg ins Zeitalter der regenerativen Energien so schnell wie möglich vollziehen.

Am 11. März 2011 ereignet sich knapp 400 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Tokio eines der stärksten jemals gemessenen Erdbeben. Das Beben mit einer Stärke von 9,0 löst einen Tsunami mit stellenweise 40 Meter hohen Wellen aus, die Wassermassen dringen mit einer Geschwindigkeit von 800km/h ins Land. Mehrere Kühlsysteme im japanischen Atomkraftwerk Fukushima kollabieren. Es folgt eine Unfallserie, bei der erhebliche Mengen radioaktiver Stoffe freigesetzt werden. Der Super-GAU wird die schlimmste Atomkatastrophe seit 1986 in Tschernobyl. Für Kanzlerin Angela Merkel höchste Zeit, die Notbremse zu ziehen.

Drei Tage nach dem Beben in Japan nimmt die schwarz-gelbe Bundesregierung die erst vor kurzem beschlossenen Laufzeitverlängerungen für deutsche Atommeiler zurück. Im Zuge eines dreimonatigen Moratoriums wird überdies die Sicherheit der 17 deutschen Kernkraftwerke überprüft. Aktuell sind noch sechs im Betrieb. Die letzten Anlagen sollen Ende 2022 vom Netz.

Doch die Entscheidung bleibt umstritten: Der vom Bundesverfassungsgericht geforderte Ausgleich für geschädigte Kraftwerksbetreiber und der Klimawandel heizen die Debatte um Atomkraft wieder an. Den deutschen Sonderweg nach dem GAU von Fukushima halten nicht wenige Politiker auch in der Union für einen Fehler.

Von Melahat Simsek


"ZeitZeichen"

Montag bis Freitag um 9.05 Uhr auf SR 2 KulturRadio

Seit über 40 Jahren ist die Sendung "ZeitZeichen" eine feste Institution in der deutschen Radiolandschaft. Mit erzählerischer Kraft, analytischer Brillanz und publizistischer Kompetenz erinnert das "ZeitZeichen" an wichtige Daten und Ereignisse. Dabei geht nicht nur um Geschichte, Politik, Kunst und Kultur, sondern auch das Alltägliche, bis hin zum Skurrilen.

Neben dem aufwändig komponierten Beitrag sind im 15-minütigen "ZeitZeichen" alle Darstellungs- und Stilformen des Hörfunks zu erleben, von der reinen O-Ton-Collage über die Reportage bis hin zum Mini-Hörspiel.

Das ZeitZeichen ist eine Kooperation von SR 2 KulturRadio mit dem Westdeutschen Rundfunk.

Redaktion SR: Peter Weitzmann

Redaktion WDR: Michael Rüger

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