Numerisch-relativistische Simulation zweier einander umkreisender und verschmelzender Neutronensterne und ihrer Gravitationswellen (Foto: picture alliance/T. Dietrich/Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik/dpa | T. Dietrich)

Der Nachweis von Gravitationswellen bestätigt Einsteins Relativitätstheorie

ZeitZeichen: 11. Februar 2016

 

Sendung: Donnerstag 11.02.2021 9.05 bis 9.20 Uhr

Es klingt völlig unscheinbar: nur ein kurzes "whoop". Doch was die Forschenden am 11. Februar 2016 der Welt berichten, ist nichts geringeres als eine Jahrhundertbeobachtung. Es ist der Nachweis einer Gravitationswelle. Albert Einstein hat diese winzigen Krümmungen von Raum und Zeit 1916 in seiner "Allgemeinen Relativitätstheorie" beschrieben. Er selbst dachte, dass sie viel zu klein wären, um sie jemals messen zu können.

Es braucht 100 Jahre, unzählige Prototypen von Messgeräten und viele Fehlschläge, dann gelingt es: Auf den Monitoren des internationalen Forschungsprojekts LIGO zeigt sich ein merkwürdiger Ausschlag - eine Stauchung von Raum und Zeit, verursacht durch eine Kollision zweier schwarzer Löcher vor vielen Milliarden Jahren. Aufgefangen von zwei Laserstrahlen, die durch vier Kilometer lange Vakuumtunnel verlaufen, um minimalste Schwankungen messen zu können.

Hunderte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt sind beteiligt. Drei von ihnen, die US-Amerikaner Rainer Weiss, Barry Barish und Kip Thorne, bekommen 2017 stellvertretend den Nobelpreis für Physik. Und doch: Der Nachweis der Gravitationswellen ist erst der Anfang. Jetzt gilt es, sie zu entziffern, denn die Wellen eröffnen einen völlig neuen Blick ins All.

Fast das gesamte Universum liegt in völliger Dunkelheit. Nun aber sind Forschende nicht mehr auf das Licht angewiesen, um zu erfahren, was vor Milliarden Jahren im All passiert ist: Sie können es hören. Eines Tages vielleicht sogar den Urknall.

Von Mathias Wurms


"ZeitZeichen"

Montag bis Freitag um 9.05 Uhr auf SR 2 KulturRadio

Seit über 40 Jahren ist die Sendung "ZeitZeichen" eine feste Institution in der deutschen Radiolandschaft. Mit erzählerischer Kraft, analytischer Brillanz und publizistischer Kompetenz erinnert das "ZeitZeichen" an wichtige Daten und Ereignisse. Dabei geht nicht nur um Geschichte, Politik, Kunst und Kultur, sondern auch das Alltägliche, bis hin zum Skurrilen.

Neben dem aufwändig komponierten Beitrag sind im 15-minütigen "ZeitZeichen" alle Darstellungs- und Stilformen des Hörfunks zu erleben, von der reinen O-Ton-Collage über die Reportage bis hin zum Mini-Hörspiel.

Das ZeitZeichen ist eine Kooperation von SR 2 KulturRadio mit dem Westdeutschen Rundfunk.

Redaktion SR: Peter Weitzmann

Redaktion WDR: Michael Rüger

E-Mail: sr2@sr.de

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