Das Schgloss und Nebengebäude im Fürst-Pückler-Park bei Cottbus (Foto: picture alliance/dpa/Patrick Pleul)

Der Todestag des Fürsten von Pückler-Muskau

ZeitZeichen: 4. Februar 1871

 

Sendung: Donnerstag 04.02.2021 9.05 bis 9.20 Uhr

Drei Schichten in den Geschmacksrichtungen Erdbeer, Schokolade, Vanille – das berühmte Fürst-Pückler-Eis, wegen des sündhaft hohen Sahnegehalts eher ein Halbgeforenes. Ein preußisch-königlicher Hofkoch des Fürsten Hermann von Pückler-Muskau soll es erfunden haben, wann und wo ist nicht bekannt, auch nicht, ob das Dessert tatsächlich eine Leibspeise des grünen Fürsten war – so wird der Gartenarchitekt und Landschaftskünstler von Pückler-Muskau auch genannt.

Der von ihm gestaltete 820 Hektar große Muskauer Park zählt heute zum Weltkulturerbe, dem einzigen, das sich auf dem Grund und Boden zweier Staaten befindet: Polens und Deutschlands. Der Fürst hatte auf der britischen Insel einst die englischen Landschaftsgärten kennengelernt und die Idee in Deutschland weiterentwickelt.

Auch anderes brachte er von seinen weiten Reisen bis in den Orient mit, etwa eine gerade 12jährige Geliebte, die er auf dem Sklavenmarkt in Kairo gekauft hatte. Von seiner neun Jahre älteren Ehefrau ließ er sich scheiden, blieb aber lebenslang eng mit ihr befreundet.

International bekannt wurde der abenteuerlustige und reisefreudige Gartennarr schon zu Lebzeiten auch als Schriftsteller, unter anderem durch zunächst anonym publizierte Reisebriefe.

Seine letzte Ruhestätte fand der Fürst 1871 in einer 13 Meter hohen, weithin sichtbaren Seepyramide im ebenfalls von ihm gestalteten Branitzer Park – genauer gesagt, das, was von seinem Leichnam noch übrig war. Eigentlich hatte er sich einäschern lassen wollen. Das war behördlich verboten. Also hatte er verfügt, sein Herz in Schwefelsäure aufzulösen und den Körper auf ätzende Chemikalien zu betten.

Von Almut Finck


"ZeitZeichen"

Montag bis Freitag um 9.05 Uhr auf SR 2 KulturRadio

Seit über 40 Jahren ist die Sendung "ZeitZeichen" eine feste Institution in der deutschen Radiolandschaft. Mit erzählerischer Kraft, analytischer Brillanz und publizistischer Kompetenz erinnert das "ZeitZeichen" an wichtige Daten und Ereignisse. Dabei geht nicht nur um Geschichte, Politik, Kunst und Kultur, sondern auch das Alltägliche, bis hin zum Skurrilen.

Neben dem aufwändig komponierten Beitrag sind im 15-minütigen "ZeitZeichen" alle Darstellungs- und Stilformen des Hörfunks zu erleben, von der reinen O-Ton-Collage über die Reportage bis hin zum Mini-Hörspiel.

Das ZeitZeichen ist eine Kooperation von SR 2 KulturRadio mit dem Westdeutschen Rundfunk.

Redaktion SR: Peter Weitzmann

Redaktion WDR: Michael Rüger

E-Mail: sr2@sr.de

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