Franz Josef Schöningh (Foto: wikipedia.org/wiki)

Der Todestag des Publizisten Franz Josef Schöningh

ZeitZeichen: 8. Dezember 1960

 

Sendung: Dienstag 08.12.2020 9.05 bis 9.20 Uhr

Er war streng katholisch, Gegner der Nationalsozialisten und wurde dennoch als Angestellter der NS-Verwaltung in Galizien zu einem Mittäter des Holocaust: Franz Josef Schöningh vereinigte Gegensätze.

1902 in die Familie des Paderborner Schöningh-Verlages geboren, wurde er in den 1930er Jahren Redakteur der katholischen Zeitschrift "Hochland". Als diese vom NS-Staat eingestellt wurde, ging Schöningh als stellvertretender Kreishauptmann in den Osten Polens. Dort organisierte er das Leben in jüdischen Ghettos und leistete Vorarbeit für Deportationen.

Nach dem Krieg verschwieg er dies eisern. So konnte er einer der Herausgeber der 1945 gegründeten Süddeutschen Zeitung werden. Das "Streiflicht", die tägliche Kolumne auf der ersten Seite, hat er erfunden.

Von Irene Dänzer-Vanotti


"ZeitZeichen"

Montag bis Freitag um 9.05 Uhr auf SR 2 KulturRadio

Seit über 40 Jahren ist die Sendung "ZeitZeichen" eine feste Institution in der deutschen Radiolandschaft. Mit erzählerischer Kraft, analytischer Brillanz und publizistischer Kompetenz erinnert das "ZeitZeichen" an wichtige Daten und Ereignisse. Dabei geht nicht nur um Geschichte, Politik, Kunst und Kultur, sondern auch das Alltägliche, bis hin zum Skurrilen.

Neben dem aufwändig komponierten Beitrag sind im 15-minütigen "ZeitZeichen" alle Darstellungs- und Stilformen des Hörfunks zu erleben, von der reinen O-Ton-Collage über die Reportage bis hin zum Mini-Hörspiel.

Das ZeitZeichen ist eine Kooperation von SR 2 KulturRadio mit dem Westdeutschen Rundfunk.

Redaktion SR: Peter Weitzmann

Redaktion WDR: Michael Rüger

E-Mail: sr2@sr.de

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