Max Bruch, Komponist und Dirigent (Foto: Imago Images/Leemage)

Der Todestag des Komponisten Max Bruch

ZeitZeichen: 2. Oktober 1920

 

Sendung: Freitag 02.10.2020 9.05 bis 9.20 Uhr

Die Musikgeschichte hat dem rheinischen Komponisten Max Bruch Unrecht getan. Von all seinen hörenswerten Opern, Sinfonien, Stücken für Männerchor hat lediglich sein erstes Violinkonzert in g-Moll die Zeitläufte überdauert – dabei hat Bruch hat alles komponiert, was man "große Kunst" nennen kann.

Max Bruch war konservativ, er verehrte Felix Mendelssohn-Bartholdy und verachtete die Musik von Arnold Schoenberg und Gustav Mahler. Er legte sich an mit Richard Strauss und Max Reger, tat ihre Errungenschaften als "musikalischen Sozialdemokratismus" ab. Sogar für Otto von Bismarck schrieb er ein Oratorium.

Max Bruchs Komposition "Kol Nidrei" für Orchester und Cello op. 47, basierend auf dem jüdischen Gebet "Kol Nidre" sollte ein Erfolg bei den jüdischen Mitmenschen werden. Das führte schließlich dazu, dass die Nazis die Musik des Rheinländers komplett von den Spielplänen tilgten. Davon hat sich sein Andenken bis heute nicht erholt. Dabei hat Max Bruch unübersehbar Spuren hinterlassen – am Rhein und in der Musikgeschichte.

Von Niklas Rudolph


"ZeitZeichen"

Montag bis Freitag um 9.05 Uhr auf SR 2 KulturRadio

Seit über 40 Jahren ist die Sendung "ZeitZeichen" eine feste Institution in der deutschen Radiolandschaft. Mit erzählerischer Kraft, analytischer Brillanz und publizistischer Kompetenz erinnert das "ZeitZeichen" an wichtige Daten und Ereignisse. Dabei geht nicht nur um Geschichte, Politik, Kunst und Kultur, sondern auch das Alltägliche, bis hin zum Skurrilen.

Neben dem aufwändig komponierten Beitrag sind im 15-minütigen "ZeitZeichen" alle Darstellungs- und Stilformen des Hörfunks zu erleben, von der reinen O-Ton-Collage über die Reportage bis hin zum Mini-Hörspiel.

Das ZeitZeichen ist eine Kooperation von SR 2 KulturRadio mit dem Westdeutschen Rundfunk.

Redaktion SR: Peter Weitzmann

Redaktion WDR: Michael Rüger

E-Mail: sr2@sr.de

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