Auf eine Wand ist "Ausländer. Raus" gesprüht. (Foto: Imago Images/Lutz Sebastian)

Erste Ausschreitungen gegen Ausländer in der DDR

ZeitZeichen: 10. August 1975

 

Sendung: Montag 10.08.2020 9.05 bis 9.20 Uhr

Menschen rennen mit Eisenstangen und Holzlatten durch die Straßen. Sie verfolgen Menschen, die anders aussehen. Die, die anders aussehen hätten angeblich Frauen vergewaltigt und würden vom Staat bevorzugt. Die Szenen wiederholen sich mehrere Tage lang. Es ist der August 1975 in Erfurt.

Die Polizei reagiert, es kommt zu Verhaftungen und Prozessen, an deren Ende mehrjährige Haftstrafen stehen. Im Hörfunkarchiv der DDR findet sich nichts über diese brisanten Ereignisse. Sie passten nicht in die DDR, wie sie sich die Regierenden vorstellten. Und so sind die ersten pogromartigen Ausschreitungen gegen Ausländer in der DDR nur wenig bekannt.

Von Thomas Klug


"ZeitZeichen"

Montag bis Freitag um 9.05 Uhr auf SR 2 KulturRadio

Seit über 40 Jahren ist die Sendung "ZeitZeichen" eine feste Institution in der deutschen Radiolandschaft. Mit erzählerischer Kraft, analytischer Brillanz und publizistischer Kompetenz erinnert das "ZeitZeichen" an wichtige Daten und Ereignisse. Dabei geht nicht nur um Geschichte, Politik, Kunst und Kultur, sondern auch das Alltägliche, bis hin zum Skurrilen.

Neben dem aufwändig komponierten Beitrag sind im 15-minütigen "ZeitZeichen" alle Darstellungs- und Stilformen des Hörfunks zu erleben, von der reinen O-Ton-Collage über die Reportage bis hin zum Mini-Hörspiel.

Das ZeitZeichen ist eine Kooperation von SR 2 KulturRadio mit dem Westdeutschen Rundfunk.

Redaktion SR: Peter Weitzmann

Redaktion WDR: Michael Rüger

E-Mail: sr2@sr.de

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