Die einzige Ruine zwischen Trümmern der Atombombenexplosion von Hiroshima ist heute ein Museum (Foto: picture-alliance/dpa)

Der Abwurf der Atombombe auf Hiroshima

ZeitZeichen: 6. August 1945

 

Sendung: Donnerstag 06.08.2020 9.05 bis 9.20 Uhr

Es ist nur ein "kleiner Junge", aber er bringt Tod und Zerstörung von unvorstellbarem Ausmaß: Heute vor 75 Jahren trägt ein amerikanischer B-29-Bomber "Little Boy" nach Japan. Es ist der Codename für die erste Atombombe, die in einem Krieg eingesetzt wird.

Der 6. August 1945 verspricht ein schöner Sommertag zu werden: Keine Wolke über Hiroshima, als sich morgens die Menschen auf den Weg zur Arbeit und zum Einkauf machen. Um kurz nach 8 ist das Brummen eines einzigen Flugzeuges zu hören, weit entfernt, zu sehen nur ein Punkt hoch oben im blauen Himmel. Dann der Blitz, dann das Höllenfeuer. Über 20.000 Menschen sterben sofort, fast 40.000 in den folgenden Wochen, und viele tausende mehr in den Jahren und Jahrzehnten seitdem.

Wer das atomare Inferno überlebt hat, wird in Japan "Hibakusha" genannt, Explosionsopfer. Viele von ihnen halten es auch 75 Jahre nach der Katastrophe für ihre Pflicht, für die Abschaffung aller Atomwaffen zu kämpfen. Wo sie selbst es nicht mehr können, haben ihre Kinder und Enkelkinder die Aufgabe übernommen - manche von ihnen sogar gemeinsam mit den Nachkommen derjenigen Amerikaner, welche die Hölle von Hiroshima einst entfacht haben.

Von Martin Herzog


Mehr zum Thema:

Zum 75. Jahrestag von Hiroshima
Über Atomkraft, Tabus und die Gedenkkultur in Japan
Heute gibt es in Japan eine große Gedenkkultur zu den Atombombenabwürfen in Hiroshima und Nagasaki, erläutert die Soziologin und Japan-Kennerin Judith Brandner im Gespräch mit SR-Moderator Jochen Marmit - doch als die Amerikaner noch Besatzungsmacht waren, sei das Thema vollkommen tabu gewesen.


Der SR 2-ProgrammTipp:

Samstag, 8. August 2020, 17.30 Uhr: Die Reportage
Hiroshima - Wie die Bombe bis heute nachwirkt
ARD-Ostasienkorrespondentin Kathrin Erdmann zeichnet die letzten Monate des Zweiten Weltkriegs in Japan nach, spricht mit Opfern von damals und beschreibt den heutigen Umgang des Inselreichs mit seiner Vergangenheit.


"ZeitZeichen"

Montag bis Freitag um 9.05 Uhr auf SR 2 KulturRadio

Seit über 40 Jahren ist die Sendung "ZeitZeichen" eine feste Institution in der deutschen Radiolandschaft. Mit erzählerischer Kraft, analytischer Brillanz und publizistischer Kompetenz erinnert das "ZeitZeichen" an wichtige Daten und Ereignisse. Dabei geht nicht nur um Geschichte, Politik, Kunst und Kultur, sondern auch das Alltägliche, bis hin zum Skurrilen.

Neben dem aufwändig komponierten Beitrag sind im 15-minütigen "ZeitZeichen" alle Darstellungs- und Stilformen des Hörfunks zu erleben, von der reinen O-Ton-Collage über die Reportage bis hin zum Mini-Hörspiel.

Das ZeitZeichen ist eine Kooperation von SR 2 KulturRadio mit dem Westdeutschen Rundfunk.

Redaktion SR: Peter Weitzmann

Redaktion WDR: Michael Rüger

E-Mail: sr2@sr.de

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja