Milchkühe in einem Melkkarausell in Mecklenburg-Vorpommern im Jahr 2014 (Foto: dpa / Jens Büttner)

Das Ende der Milchquote für die deutsche Landwirtschaft

ZeitZeichen: 31. März 2015

 

Sendung: Dienstag 31.03.2020 9.05 bis 9.20 Uhr

"Milchseen" und "Butterberge" bestimmten die europäische Landwirtschaftspolitik zu Beginn der 80iger Jahre und warfen ein schlechtes Bild auf die EG insgesamt. Deren Agrarpolitik hatte zu einer konstanten Überproduktion in der Milchwirtschaft geführt. Kein Bereich der EG-Politik verschlang so viel Geld. Um Milchseen auszutrocknen und Butterberge abzutragen führte die damalige EG 1984 eine Milchquote für jedes Mitgliedsland ein, eine garantierte, aber auch beschränkte Abgabemenge.

Wurde zu viel produziert, mussten die Landwirte eine Superabgabe zahlen - 2014 lag sie zum Beispiel in Deutschland bei 340 Millionen €. Mit der Quote gelang es, die Überproduktion und die Agrarausgaben der EU zu senken. Ein anderes Ziel aber verfehlte sie. Der Preis für Milch stabilisierte sich kaum. Immer noch lag er häufig unter den Produktionskosten.

"Wachsen statt weichen" blieb die Devise für die Landwirte, bei der viele nicht mithalten konnten. Drei von vier Milchviehaltern gaben bis 2015 auf. Und wer wachsen wollte, musste Quoten leasen oder pachten, was die Produktionskosten erneut erhöhte. Deshalb waren auch viele Bauern nicht unglücklich, als die EU die Milchquote zum Monatswechsel März/April 2015 abschaffte. Andere fürchteten allerdings, dass sie durch den Wegfall einer garantierten Liefermenge und durch sinkende Preise Einkommen einbüßen. Letztlich hat auch die Quote eine weitere Intensivierung der Massentierhaltung in der Milchwirtschaft begünstigt und vor allem kleinen und mittelgroßen Bauernhöfen geschadet.

Von Arndt Brunnert


"ZeitZeichen"

Montag bis Freitag um 9.05 Uhr auf SR 2 KulturRadio

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Redaktion SR: Peter Weitzmann

Redaktion WDR: Michael Rüger

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