Statue von Cenghis Khan vor dem Parlament in Ulan Bator, Mongolei (Foto: picture alliance/dpa/Peter Oetzmann)

Die Mongolische Volksrepublik wird proklamiert

ZeitZeichen: 26. November 1924

 

Sendung: Dienstag 26.11.2019 9.05 bis 9.20 Uhr

Jahrhundertelang war die Mongolei Spielball im Kräftemessen zweier Imperien: Russlands und Chinas. Sowohl die Qing-Dynastie, zu der die Mongolei trotz weitreichender Autonomie formell gehörte, als auch das Zarenreich benutzten die Mongolei als militärischen Puffer, Transitstaat oder Partner im Tauschhandel: Pferde und Gold gegen Waffen, Papier oder Pelze.

Dann ging 1911 das chinesische Kaiserreich unter, 1917 auch das Zarenreich. 1924 endlich gelang es der buddhistisch geprägten Mongolei, ihre nationale Souveränität zu proklamieren, mehr oder weniger. Die mongolische Verfassung wurde von Russen geschrieben, die Ideologie des Marxismus-Leninismus verankert. Bis 1990 behielten die Sowjets die Kontrolle in dem Satellitenstaat. Heute ist die Mongolei – mehr als viermal so groß wie Deutschland, doch mit nur gut drei Millionen Einwohnern – vor allem ein Land der Widersprüche: reich an Rohstoffen, wovon aber primär ausländische Konzerne profitieren.

Die Mongolei hat eine der höchsten Alphabetisierungsraten der Welt, obwohl 40 Prozent der Bevölkerung Nomaden oder Teilnomaden sind. Das riesige Land besteht zu weiten Teilen aus endloser Steppe und Wüste, doch in der Hauptstadt ist die Umweltverschmutzung ein gewaltiges Problem. In slumartigen Jurtenvierteln rund um Ulan Bator leben Hunderttausende unter ärmlichsten Verhältnissen, in primitiven Öfen heizen sie mit Kohle – oder  verbrennen Plastik.

Von Almut Finck


"ZeitZeichen"

Montag bis Freitag um 9.05 Uhr auf SR 2 KulturRadio

Seit über 40 Jahren ist die Sendung "ZeitZeichen" eine feste Institution in der deutschen Radiolandschaft. Mit erzählerischer Kraft, analytischer Brillanz und publizistischer Kompetenz erinnert das "ZeitZeichen" an wichtige Daten und Ereignisse. Dabei geht nicht nur um Geschichte, Politik, Kunst und Kultur, sondern auch das Alltägliche, bis hin zum Skurrilen.

Neben dem aufwändig komponierten Beitrag sind im 15-minütigen "ZeitZeichen" alle Darstellungs- und Stilformen des Hörfunks zu erleben, von der reinen O-Ton-Collage über die Reportage bis hin zum Mini-Hörspiel.

Das ZeitZeichen ist eine Kooperation von SR 2 KulturRadio mit dem Westdeutschen Rundfunk.

Redaktion SR: Peter Weitzmann

Redaktion WDR: Michael Rüger

E-Mail: sr2@sr.de

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