Madrid: Außenaufnahme des Prado-Museums. (Foto: dpa)

Die Eröffnung des spanischen Nationalmuseums El Prado

ZeitZeichen: 19. November 1819

 

Sendung: Dienstag 19.11.2019 9.05 bis 9.20 Uhr

"Spanien trauert" - diese Schlagzeile lasen die Madrider am 25. November 1891 in der Zeitung El Liberal. Der Prado und alle seine Werke seien einem Feuer zum Opfer gefallen. Viele Madrider rannten entsetzt zum Prado und sahen - nichts. Sie waren einer Falschmeldung des Journalisten Mariano de Cavia aufgesessen.

De Cavia wollte auf die Missstände im Madrider Kunstmuseum aufmerksam machen. Angestellte hausten seinerzeit in den alten Gemäuern und kochten auf offenem Feuer. De Cavia glaubte, dass jederzeit ein Feuer ausbrechen könne und sah das nationale Kulturerbe in Gefahr. Jetzt feiert das spanische Nationalmuseum seinen 200. Geburtstag.

Mit rund drei Millionen Besuchern pro Jahr ist der Prado nicht nur eine der Hauptattraktionen der spanischen Hauptstadt, sondern auch eines der bedeutendsten Kunstmuseen der Welt. Die Sammlung umfasst mehrere 1000 Werke, darunter viele berühmte Gemälde von Rubens und Dürer, Velázquez und Goya, Bosch und El Greco.

Die Geschichte begann eher bescheiden: 311 Bilder aus einer Sammlung von rund 1500 Werken aus königlichem Besitz wurden bei der Eröffnung des Prado am 19. November 1819 zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert. Königin Maria Isabella von Braganza, die Frau Ferdinands VII., überzeugte ihren Mann, aus dem Naturhistorischen Museum in Madrid Anfang des 19. Jahrhunderts das erste spanische Kunstmuseum zu machen. Als Vorbild diente ihr der Pariser Louvre, der Ende des 18. Jahrhunderts eröffnet worden war.

Von Andrea Kath


"ZeitZeichen"

Montag bis Freitag um 9.05 Uhr auf SR 2 KulturRadio

Seit über 40 Jahren ist die Sendung "ZeitZeichen" eine feste Institution in der deutschen Radiolandschaft. Mit erzählerischer Kraft, analytischer Brillanz und publizistischer Kompetenz erinnert das "ZeitZeichen" an wichtige Daten und Ereignisse. Dabei geht nicht nur um Geschichte, Politik, Kunst und Kultur, sondern auch das Alltägliche, bis hin zum Skurrilen.

Neben dem aufwändig komponierten Beitrag sind im 15-minütigen "ZeitZeichen" alle Darstellungs- und Stilformen des Hörfunks zu erleben, von der reinen O-Ton-Collage über die Reportage bis hin zum Mini-Hörspiel.

Das ZeitZeichen ist eine Kooperation von SR 2 KulturRadio mit dem Westdeutschen Rundfunk.

Redaktion SR: Peter Weitzmann

Redaktion WDR: Michael Rüger

E-Mail: sr2@sr.de

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