Ein Zeitungsjunge in Waco, Texas, fotografiert von Lewis W. Hine im Jahr 1913 (Foto: imago images / Artokoloro)

Der Geburtstag des amerikanischen Fotografen Lewis W. Hine

ZeitZeichen: 26. September 1874

 

Sendung: Donnerstag 26.09.2019 9.05 bis 9.20 Uhr

"Könnte ich die Geschichte in Worten erzählen - ich müsste keine Kamera mit mir herumschleppen", erklärte einst der US-amerikanische Fotograf Lewis W. Hine. Zum Glück, muss man sagen, war er nicht wortgewaltig und wurde so zu einem eindrücklichen Geschichtenerzähler mit der Kamera.

Lewis Wickes Hine studierte Pädagogik und Soziologie, arbeitete als Lehrer, und er erlernte autodidaktisch das Fotografieren, weil er die Menschen seiner Zeit und ihre Lebensbedingungen zeigen wollte. Zunächst porträtierte er die Einwanderer, die auf Ellis Island ankamen. Dann dokumentierte er das Leben von arbeitenden Kindern in den USA. Beauftragt von Amerikas erster Lobbyorganisation gegen Kinderarbeit, dem National Child Labor Committee, kämpfte er mit seiner Kamera als Waffe gegen die Ausbeutung der Kleinsten und Schwächsten, die ihren Arbeitgebern schutzlos ausgeliefert waren.

Die Aufnahme von Hine gelten als Meilensteine und Beginn der sozialdokumentarischen Fotografie. Hine verstand die Fotografie als ein politisches Mittel, um Missstände aufzudecken, aber auch als ein kulturelles Medium, mit dem die Würde der Menschen bezeugt werden konnte. 1918 ging er für das amerikanische Rote Kreuz nach Europa, um die Folgen des Ersten Weltkriegs festzuhalten. Zurück in den Staaten hielt er den Bau des Empire State Buildings in Bildern fest, die er in seinem berühmten Bildband "Men at Work" veröffentlichte. Er starb verarmt 1940 in New York.

Von Veronika Bock und Ulrich Biermann


"ZeitZeichen"

Montag bis Freitag um 9.05 Uhr auf SR 2 KulturRadio

Seit über 40 Jahren ist die Sendung "ZeitZeichen" eine feste Institution in der deutschen Radiolandschaft. Mit erzählerischer Kraft, analytischer Brillanz und publizistischer Kompetenz erinnert das "ZeitZeichen" an wichtige Daten und Ereignisse. Dabei geht nicht nur um Geschichte, Politik, Kunst und Kultur, sondern auch das Alltägliche, bis hin zum Skurrilen.

Neben dem aufwändig komponierten Beitrag sind im 15-minütigen "ZeitZeichen" alle Darstellungs- und Stilformen des Hörfunks zu erleben, von der reinen O-Ton-Collage über die Reportage bis hin zum Mini-Hörspiel.

Das ZeitZeichen ist eine Kooperation von SR 2 KulturRadio mit dem Westdeutschen Rundfunk.

Redaktion SR: Peter Weitzmann

Redaktion WDR: Michael Rüger

E-Mail: sr2@sr.de

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