DDR-Übersiedler umarmen sich am 11.09.1989 in Österreich. (Foto: dpa)

Ungarn öffnet seine Grenzen

ZeitZeichen: 11. September 1989

 

Sendung: Mittwoch 11.09.2019 9.05 bis 9.20 Uhr

Scheinbar liegt Mehltau über der DDR. Die Medien verbreiten die übliche Langeweile. Das Land gähnt vor sich hin und wartet auf den 40. Jahrestag, der ein großes Propagandaereignis werden soll. Doch hinter den Fassaden gärt es: Honecker ist krank.

Die Menschen sind unzufriedener als sonst, sie schließen sich zusammen und reden über die Veränderungen, die sie sich wünschen. Oder sie suchen eine Möglichkeit zur Flucht: Die bundesdeutsche Botschaft in Prag ist ein Ziel. Und Ungarn. Wer zum Sommerurlaub aufbricht, will im Westen ankommen. Am 11. September 1989 öffnet Ungarn seine Grenzen. In den ersten drei Tagen fliehen 15 000 DDR-Bürger über Ungarn in die Bundesrepublik. Für die Machthaber der DDR sind sie alle vom Westen mit falschen Versprechungen angelockt worden. Die DDR schließt bald auch die Grenzen Richtung Osten und hofft, den Exodus aufhalten zu können. Eine trügerische Hoffnung.

Von Thomas Klug


"ZeitZeichen"

Montag bis Freitag um 9.05 Uhr auf SR 2 KulturRadio

Seit über 40 Jahren ist die Sendung "ZeitZeichen" eine feste Institution in der deutschen Radiolandschaft. Mit erzählerischer Kraft, analytischer Brillanz und publizistischer Kompetenz erinnert das "ZeitZeichen" an wichtige Daten und Ereignisse. Dabei geht nicht nur um Geschichte, Politik, Kunst und Kultur, sondern auch das Alltägliche, bis hin zum Skurrilen.

Neben dem aufwändig komponierten Beitrag sind im 15-minütigen "ZeitZeichen" alle Darstellungs- und Stilformen des Hörfunks zu erleben, von der reinen O-Ton-Collage über die Reportage bis hin zum Mini-Hörspiel.

Das ZeitZeichen ist eine Kooperation von SR 2 KulturRadio mit dem Westdeutschen Rundfunk.

Redaktion SR: Peter Weitzmann

Redaktion WDR: Michael Rüger

E-Mail: sr2@sr.de

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