Zeitgenössisches Portrait des Anführers des Sklavenaufstandes auf der "La Amistad", Sengbe Pieh (Joseph Cinqué). (Foto: Wikipedia Public Domain/Nathaniel Jocelyn (1840)/New Haven Colony Historical Society, New Haven, CT)

Das Sklavenschiff "La Amistad" wird nach Aufstand von der US-Marine aufgebracht

ZeitZeichen: 26. August 1839

 

Sendung: Montag 26.08.2019 9.05 bis 9.20 Uhr

La Amistad, zu Deutsch Freundschaft, ist ein freundlicher Name für ein Sklavenschiff. Im Juni 1839 wurde die Amistad in einem kleinen Hafen bei Havanna mit Fracht und mit 53 Afrikanern beladen. Sie waren erst kurz zuvor in ihrer Heimat geraubt und mit einem portugiesischen Schiff nach Kuba gebracht worden. Nun sollten sie zum Verkauf auf die Karibikinsel Guanaja verschifft werden.

Doch in der dritten Nacht konnten sich die Sklaven befreien, rebellierten, töteten Kapitän und Koch und wollten zurück nach Afrika segeln - trotz mangelnder nautischer Kenntnisse. Wochenlang irrten sie mit dem Schiff durch die Karibik, gelangten endlich in den Atlantik, vor die Ostküste der USA. Dort wurden sie am 26. August 1839 von einem Schiff der US Navy aufgebracht. Man hielt die Amistad, die schon mehrfach gesichtet worden war, für ein Piratenschiff.

Die Sklaven wurden inhaftiert und vor ein US-amerikanisches Gericht gestellt. Man warf ihnen Meuterei und Mord vor. Doch es musste auch die grundsätzliche Frage geklärt werden, ob die Afrikaner nach geltendem Recht Sklaven waren, deren Rebellion illegal gewesen wäre, oder unrechtmäßig versklavte freie Menschen, die sich legal mit allen Mitteln gegen ihre Gefangennahme wehren durften. Der Rechtsstreit zog sich durch alle Instanzen. 1841 sprach der Oberste Gerichtshof den Afrikanern endgültig ihre Freiheit zu.

Von Veronika Bock und Ulrich Biermann


"ZeitZeichen"

Montag bis Freitag um 9.05 Uhr auf SR 2 KulturRadio

Seit über 40 Jahren ist die Sendung "ZeitZeichen" eine feste Institution in der deutschen Radiolandschaft. Mit erzählerischer Kraft, analytischer Brillanz und publizistischer Kompetenz erinnert das "ZeitZeichen" an wichtige Daten und Ereignisse. Dabei geht nicht nur um Geschichte, Politik, Kunst und Kultur, sondern auch das Alltägliche, bis hin zum Skurrilen.

Neben dem aufwändig komponierten Beitrag sind im 15-minütigen "ZeitZeichen" alle Darstellungs- und Stilformen des Hörfunks zu erleben, von der reinen O-Ton-Collage über die Reportage bis hin zum Mini-Hörspiel.

Das ZeitZeichen ist eine Kooperation von SR 2 KulturRadio mit dem Westdeutschen Rundfunk.

Redaktion SR: Peter Weitzmann

Redaktion WDR: Michael Rüger

E-Mail: sr2@sr.de

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