Rudolf Bultmann (Foto: dpa)

Der Geburtstag des evangelischen Theologen Rudolf Bultmann

ZeitZeichen: 20. August 1884

 

Sendung: Dienstag 20.08.2019 9.05 bis 9.20 Uhr

Das Neue Testament wollte Rudolf Bultmann mit Blick auf die Gegenwart interpretieren. Doch mit seinem Programm der Entmythologisierung machte sich der Marburger Professor viele Feinde in evangelischen Kreisen. Er provozierte und spaltete.

1921 machte Rudolf Bultmann zum ersten Mal auf sich aufmerksam: mit dem Hinweis, dass viele Zitate Jesu erst nach seinem Tod willkürlich zusammengebastelt worden seien. 1941 erklärte er den Glauben "an die Geister- und Wunderwelt des Neuen Testaments" angesichts der Erkenntnisse der Moderne für absurd. Die Jungfrauengeburt Jesu verwarf er genauso wie dessen Auferstehung.

So wurde Rudolf Bultmann, der während des Dritten Reichs zur oppositionellen "Bekennenden Kirche" gehörte, für viele zum Feindbild. Man warf ihm "Irrlehren" vor. 1966 trafen sich 22.000 Bultmann-Gegner in der Dortmunder Westfalenhalle zu einer Protestkundgebung. "Der Glaube", konterte der Theologe danach in einem "Spiegel"-Gespräch, sei eben "nicht das Fürwahrhalten von Heilstatsachen".

Von Christoph Vormweg


"ZeitZeichen"

Montag bis Freitag um 9.05 Uhr auf SR 2 KulturRadio

Seit über 40 Jahren ist die Sendung "ZeitZeichen" eine feste Institution in der deutschen Radiolandschaft. Mit erzählerischer Kraft, analytischer Brillanz und publizistischer Kompetenz erinnert das "ZeitZeichen" an wichtige Daten und Ereignisse. Dabei geht nicht nur um Geschichte, Politik, Kunst und Kultur, sondern auch das Alltägliche, bis hin zum Skurrilen.

Neben dem aufwändig komponierten Beitrag sind im 15-minütigen "ZeitZeichen" alle Darstellungs- und Stilformen des Hörfunks zu erleben, von der reinen O-Ton-Collage über die Reportage bis hin zum Mini-Hörspiel.

Das ZeitZeichen ist eine Kooperation von SR 2 KulturRadio mit dem Westdeutschen Rundfunk.

Redaktion SR: Peter Weitzmann

Redaktion WDR: Michael Rüger

E-Mail: sr2@sr.de

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