Der Schriftsteller Primo Levi (Foto: imago images / Leemage)

Der Geburtstag des italienischen Schriftstellers Primo Levi

ZeitZeichen: 31. Juli 1919

 

Sendung: Mittwoch 31.07.2019 9.05 bis 9.20 Uhr

Kaum ein Auschwitz-Überlebender hat so früh über den Alltag im Konzentrationslager schreiben können wie der in Turin geborene Primo Levi. Doch sein Buch „Ist das ein Mensch?“, in dem er die systematische Entmenschlichung durch die Nazis schildert, wollte 1947 kaum jemand lesen.

Im Alter von 24 Jahren wurde der promovierte Chemiker Primo Levi als jüdischer Partisan verhaftet und nach Auschwitz deportiert. Er überlebte als Zwangsarbeiter in den Chemielaboren der Buna-Werke. Zu seinen Überlebensstrategien gehörte das Zitieren von Dante-Versen: „Man schuf euch nicht, zu leben wie die Tiere, / Nach Tugend und nach Wissen sollt ihr trachten.“

Sein Urvertrauen in die Sprache blieb intakt. Hyperrealistisch beschrieb Primo Levi nach seiner Rückkehr nach Italien das Grauen im KZ, das System der Demütigungen. Lange galt er nur als schreibender Zeitzeuge. Die Anerkennung als Schriftsteller kam spät. Doch auch sie konnte seine Depressionen nicht vertreiben. 1987 verließ Primo Levi seine Wohnung in Turin und stürzte sich im Treppenhaus zu Tode.

Von Christoph Vormweg


"ZeitZeichen"

Montag bis Freitag um 9.05 Uhr auf SR 2 KulturRadio

Seit über 40 Jahren ist die Sendung "ZeitZeichen" eine feste Institution in der deutschen Radiolandschaft. Mit erzählerischer Kraft, analytischer Brillanz und publizistischer Kompetenz erinnert das "ZeitZeichen" an wichtige Daten und Ereignisse. Dabei geht nicht nur um Geschichte, Politik, Kunst und Kultur, sondern auch das Alltägliche, bis hin zum Skurrilen.

Neben dem aufwändig komponierten Beitrag sind im 15-minütigen "ZeitZeichen" alle Darstellungs- und Stilformen des Hörfunks zu erleben, von der reinen O-Ton-Collage über die Reportage bis hin zum Mini-Hörspiel.

Das ZeitZeichen ist eine Kooperation von SR 2 KulturRadio mit dem Westdeutschen Rundfunk.

Redaktion SR: Peter Weitzmann

Redaktion WDR: Michael Rüger

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