Der russische Schriftsteller Anton Pawlowitsch Tschechow (Archivfoto von 1889) (Foto: dpa/424550)

Der Todestag des Schriftstellers Anton Tschechow

ZeitZeichen: 15. Juli 1904

 

Sendung: Montag 15.07.2019 9.05 bis 9.20 Uhr

"Die Medizin ist meine gesetzliche Ehefrau, die Literatur meine Geliebte. Wenn mir die eine auf die Nerven fällt, nächtige ich bei der anderen", schrieb Anton Tschechow 1888 an seinen Verleger. Doch obwohl er Medizin studiert hatte und auch weiter zumindest ehrenamtlich als Arzt praktizierte, nahm das Schreiben einen immer größeren Raum in Tschechows Leben ein.

Mit seinen Erzählungen wurde er zu einem der beliebtesten Schriftsteller Russlands. Seine melancholisch-poetischen Stücke wie "Die Möwe", "Onkel Wanja", "Drei Schwestern" oder "Der Kirschgarten", die er für das Moskauer Künstlertheater schrieb, sah Tschechow selbst als Komödien an.

Mit dem distanzierten Blick des Arztes beschrieb er die Menschen in der russischen Provinz: ihre innere Leere, ihre Lethargie und Langeweile, die Sinnlosigkeit ihrer Existenz. Er brachte nicht nur ihre Sprachlosigkeit auf die Bühne, sondern auch die quälenden Banalitäten des Alltags – und revolutionierte damit das Theater. Der an Tuberkulose erkrankte Schriftsteller starb bereits mit 44 während einer Kur in Badenweiler.

Von Christiane Kopka


"ZeitZeichen"

Montag bis Freitag um 9.05 Uhr auf SR 2 KulturRadio

Seit über 40 Jahren ist die Sendung "ZeitZeichen" eine feste Institution in der deutschen Radiolandschaft. Mit erzählerischer Kraft, analytischer Brillanz und publizistischer Kompetenz erinnert das "ZeitZeichen" an wichtige Daten und Ereignisse. Dabei geht nicht nur um Geschichte, Politik, Kunst und Kultur, sondern auch das Alltägliche, bis hin zum Skurrilen.

Neben dem aufwändig komponierten Beitrag sind im 15-minütigen "ZeitZeichen" alle Darstellungs- und Stilformen des Hörfunks zu erleben, von der reinen O-Ton-Collage über die Reportage bis hin zum Mini-Hörspiel.

Das ZeitZeichen ist eine Kooperation von SR 2 KulturRadio mit dem Westdeutschen Rundfunk.

Redaktion SR: Peter Weitzmann

Redaktion WDR: Michael Rüger

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