Friedensvertrag von Versailles (Foto: imago images / United Archives International)

Friedensvertrag von Versailles unterzeichnet

ZeitZeichen: 28. Juni 1919

 

Sendung: Freitag 28.06.2019 9.05 bis 9.20 Uhr

Zehn Millionen gefallene Soldaten, elf Millionen tote Zivilisten – die schreckliche Bilanz von vier Jahren Weltkrieg. Jetzt sollten Grenzen verschoben werden und ganz neue Länder entstehen. Zur großen Friedenskonferenz ab Januar 1919 strömten 10.000 Menschen nach Paris: Journalisten und Fotografen, Kartografen, Diplomaten, wichtige Staatsoberhäupter und Regierungschefs kleiner Länder, Waffenhändler und Spione, illustre Figuren wie Lawrence von Arabien in weißem Gewand, der Aga Khan, der Führer der zionistischen Bewegung Chaim Weizmann, die rumänische Königin Maria und auch ein aus Indochina stammender junger Küchengehilfe, der einmal unter dem Namen Ho Chi Minh bekannt werden wird.

Jeder hegte Hoffnungen, jeder versprach sich etwas anderes von den Verhandlungen, die ursprünglich drei bis vier Wochen dauern sollten, sich aber auch noch nach Unterzeichnung des Versailler Vertrags Ende Juni 1919 hinzogen bis ins Jahr 1920.

Frankreich etwa wollte Deutschland so schwächen, dass es das Nachbarland nie wieder würde angreifen können. Und: Frankreich hatte den Rhein als Staatsgrenze gefordert. Das konnte verhindert werden.

Von Almut Finck

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"ZeitZeichen"

Montag bis Freitag um 9.05 Uhr auf SR 2 KulturRadio

Seit über 40 Jahren ist die Sendung "ZeitZeichen" eine feste Institution in der deutschen Radiolandschaft. Mit erzählerischer Kraft, analytischer Brillanz und publizistischer Kompetenz erinnert das "ZeitZeichen" an wichtige Daten und Ereignisse. Dabei geht nicht nur um Geschichte, Politik, Kunst und Kultur, sondern auch das Alltägliche, bis hin zum Skurrilen.

Neben dem aufwändig komponierten Beitrag sind im 15-minütigen "ZeitZeichen" alle Darstellungs- und Stilformen des Hörfunks zu erleben, von der reinen O-Ton-Collage über die Reportage bis hin zum Mini-Hörspiel.

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Redaktion SR: Peter Weitzmann

Redaktion WDR: Michael Rüger

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