Orlando di Lasso (Foto: Internationale Musikbibliothek Bologna)

Der Todestag des Komponisten Orlando di Lasso

ZeitZeichen: 14. Juni 1594

 

Sendung: Freitag 14.06.2019 9.05 bis 9.20 Uhr

Bereits vierzehn Jahre vor seinem Tod 1594 hatte er vorgesorgt und ein Requiem komponiert – einen vierstimmigen Satz ohne jede instrumentale Begleitung. Es war Orlando di Lassos einzige Vertonung der katholischen Totenmesse.

Andere liturgische Vorgaben setzte er wesentlich öfter und auf unvergleichliche Weise in Musik um – das Magnificat etwa nicht weniger als hunderteinmal. Insgesamt fast 3000, vorrangig vokale Werke, gehören zu seinem Nachlass. Überwiegend handelt es sich um geistliche Musik, hoffnungslos unterlegen ist die Zahl seiner weltlichen Gesänge.

Di Lasso, geboren höchstwahrscheinlich 1532 als Roland de Lassus im heute belgischen Mons, kannte keine Tabus, vor allem nicht in seinem unbefangenen Umgang mit der Obrigkeit. Als Leiter der Hofkapelle in München setzte er zu Lebzeiten entscheidende Akzente; als Komponist von Werken mit seraphischer Schönheit wirkt er bis heute. Er war der vielseitigste Musiker des 16. Jahrhunderts.

Von Christoph Vratz


"ZeitZeichen"

Montag bis Freitag um 9.05 Uhr auf SR 2 KulturRadio

Seit über 40 Jahren ist die Sendung "ZeitZeichen" eine feste Institution in der deutschen Radiolandschaft. Mit erzählerischer Kraft, analytischer Brillanz und publizistischer Kompetenz erinnert das "ZeitZeichen" an wichtige Daten und Ereignisse. Dabei geht nicht nur um Geschichte, Politik, Kunst und Kultur, sondern auch das Alltägliche, bis hin zum Skurrilen.

Neben dem aufwändig komponierten Beitrag sind im 15-minütigen "ZeitZeichen" alle Darstellungs- und Stilformen des Hörfunks zu erleben, von der reinen O-Ton-Collage über die Reportage bis hin zum Mini-Hörspiel.

Das ZeitZeichen ist eine Kooperation von SR 2 KulturRadio mit dem Westdeutschen Rundfunk.

Redaktion SR: Peter Weitzmann

Redaktion WDR: Michael Rüger

E-Mail: sr2@sr.de

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