Klaus Mann, Foto von Annemarie Schwarzenbach, 1933 (Foto: Schweizerischen Nationalbibliothek/Wikipedia CC0)

Der Todestag des Schriftstellers Klaus Mann

ZeitZeichen: 21. Mai 1949

 

Sendung: Dienstag 21.05.2019 9.05 bis 9.20 Uhr

Marcel Reich-Ranicki hielt Klaus Mann für „dreifach geschlagen“: „Er war homosexuell. Er war süchtig. Er war der Sohn Thomas Manns.“ So kämpfte das zweite Kind des Nobelpreisträgers sein Leben lang darum, als Autor neben dem übermächtigen Vater wahrgenommen zu werden.

Zunächst versuchte Klaus Mann es als Enfant terrible: Zusammen mit seiner geliebten Schwester Erika sorgte der junge Autor für provokante Auftritte und Skandale. Nach der Machtübernahme der Nazis wandelte er sich jedoch zum engagierten Antifaschisten: Klaus Mann gründete Zeitschriften im Exil und versuchte, das NS-System mit Romanen wie „Mephisto“ oder „Der Vulkan“ zu bekämpfen. Es gelang ihm allerdings nie, seine Depressionen und Drogenprobleme in den Griff zu bekommen.

Zutiefst verbittert und einsam, nahm er sich vier Jahre nach Kriegsende in einem Hotelzimmer in Cannes das Leben.

Von Christiane Kopka


"ZeitZeichen"

Montag bis Freitag um 9.05 Uhr auf SR 2 KulturRadio

Seit über 40 Jahren ist die Sendung "ZeitZeichen" eine feste Institution in der deutschen Radiolandschaft. Mit erzählerischer Kraft, analytischer Brillanz und publizistischer Kompetenz erinnert das "ZeitZeichen" an wichtige Daten und Ereignisse. Dabei geht nicht nur um Geschichte, Politik, Kunst und Kultur, sondern auch das Alltägliche, bis hin zum Skurrilen.

Neben dem aufwändig komponierten Beitrag sind im 15-minütigen "ZeitZeichen" alle Darstellungs- und Stilformen des Hörfunks zu erleben, von der reinen O-Ton-Collage über die Reportage bis hin zum Mini-Hörspiel.

Das ZeitZeichen ist eine Kooperation von SR 2 KulturRadio mit dem Westdeutschen Rundfunk.

Redaktion SR: Peter Weitzmann

Redaktion WDR: Michael Rüger

E-Mail: sr2@sr.de

Artikel mit anderen teilen