Salam Rushdie  (Foto: picture alliance/dpa/Jörg Carstensen)

Der Mordaufruf Chomeinis gegen Schriftsteller Salman Rushdie

ZeitZeichen: 14. Febuar 1989

 

Sendung: Donnerstag 14.02.2019 9.05 bis 9.20 Uhr

Zwei Männer stürzen ohne Fallschirm aus 8000 Metern Höhe vom Himmel. So beginnt einer der berühmtesten postmodernen Romane – und einer der umstrittensten. Denn ein Jahr nach Erscheinen von Salman Rushdies "Die satanischen Verse" forderte der iranische Ajatollah und Revolutionsführer Chomeini in einer Fatwa die Tötung des Autors.

Zum Stein des Anstoßes in der muslimischen Welt wurde Rushdies Buch, weil es eine unter Islamwissenschaftlern kontrovers diskutierte und heute als wahrscheinlich nicht authentisch geltende Episode aus dem Leben des Propheten Mohammeds thematisiert. Das galt als Provokation. Blasphemie außerdem, dass zwölf Huren in Rushdies Buch die Namen von Mohammeds Frauen tragen.

Die Folge der Fatwa: Salman Rushdie musste untertauchen, jahrelang. Heute lebt der indisch-britische Autor einigermaßen öffentlich meist in New York. Die Fatwa gilt weiter. Das Kopfgeld auf Salman Rushdie wurde im Laufe der Jahre immer wieder erhöht und beträgt inzwischen fast vier Millionen Dollar.

Von Almut Finck

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