Rolf Liebermann (Foto: dpa/picture alliance)

Der Todestag des Schweizer Komponisten Rolf Liebermann

ZeitZeichen: 2. Januar 1999

 

Sendung: Dienstag 02.01.2019 9.05 bis 9.20 Uhr

 „Ich habe immer meine Utopien gelebt“, meinte der Intendant, Komponist, Kultur-Weltbürger. Rolf Liebermann schrieb Operngeschichte. Der Großneffe des Malers Max Liebermann studierte in Zürich Jura, dann widmete er sich ganz dem Dirigieren und Komponieren. Furore machte er 1954 mit seinem Crossover-Stück „Concerto for Jazzband and Symphony Orchestra“.

Liebermann dachte nicht in Schubladen und Konventionen. Er schuf eine Fülle von Werken: vom politischen Lied bis zur Oper, von der Klaviersonate bis zur Musik für Büro-Maschinen, vom Konzert bis zum Multimedia-Projekt. 1957 wurde er Leiter der Hauptabteilung Musik des Norddeutschen Rundfunks, zwei Jahre später Intendant der Staatsoper Hamburg. Er wirkte er als kreativer Geist ohne jeden Dünkel, ein Anreger und Neuerer, der den Musikbetrieb öffnen wollte. Liebermann führte das Haus an die Weltspitze. Er regte bedeutende Auftragswerke von Mauricio Kagel, Hans Werner Henze und Krzystof Penderecki an, entdeckte und förderte Sänger wie Placido Domingo.

Von 1973 bis 1980 leitete Rolf Liebermann die Pariser Oper, reformierte auch dort den verstaubten Spielbetrieb. Für ihn vervollständigte Friedrich Cerha Alban Bergs „Lulu“, Olivier Messiaen komponierte seine Oper „St. Francois d'Assise“. In den letzten Lebensjahren widmete sich Liebermann seiner Leidenschaft, dem Komponieren. Dabei verstand er sich vor allem als Handwerker, als „einer vom Bau“.

Von Christian Kosfeld


"ZeitZeichen"

Montag bis Freitag um 9.05 Uhr auf SR 2 KulturRadio

Seit über 40 Jahren ist die Sendung "ZeitZeichen" eine feste Institution in der deutschen Radiolandschaft. Mit erzählerischer Kraft, analytischer Brillanz und publizistischer Kompetenz erinnert das "ZeitZeichen" an wichtige Daten und Ereignisse. Dabei geht nicht nur um Geschichte, Politik, Kunst und Kultur, sondern auch das Alltägliche, bis hin zum Skurrilen.

Neben dem aufwändig komponierten Beitrag sind im 15-minütigen "ZeitZeichen" alle Darstellungs- und Stilformen des Hörfunks zu erleben, von der reinen O-Ton-Collage über die Reportage bis hin zum Mini-Hörspiel.

Das ZeitZeichen ist eine Kooperation von SR 2 KulturRadio mit dem Westdeutschen Rundfunk.

Redaktion SR: Peter Weitzmann

Redaktion WDR: Michael Rüger

E-Mail: sr2@sr.de

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