Portrait von Lyriker Erich Fried  (Foto: Imago/Jürgen Ritter)

Der Todestag des österreichischen Lyrikers Erich Fried

ZeitZeichen: 22. November 1988

 

Sendung: Donnerstag 22.11.2018 9.05 bis 9.20 Uhr

An Erich Frieds Versen schieden sich die Geister. Politische Agitation sei das, aber keine Poesie, wetterten die einen. Andere, wie Helmut Heißenbüttel, konterten, dem Wortspieler sei "die Öffnung des Unbewussten des Sprachakts" gelungen.

Für den jüdischen Österreicher Erich Fried war die Heimatlosigkeit prägend. Nachdem sein Vater 1938 an den Folgen der Gestapo-Folter gestorben war, floh der 17-Jährige mit seiner Mutter nach London. In der Fremde klopfte er mit Vorliebe deutsche Redewendungen auf ihren Gehalt hin ab.

1966 wandelte sich der Wortjongleur in seinem Gedichtband "und Vietnam und" zum zornigen Lyriker. Mit Warn- und Empörungsgedichten schrieb Erich Fried gegen die weltweiten Kriegstreiber an - Israelis inklusive - und machte sich so zahllose Feinde. Privat aber galt der Lyriker des aufrechten Gangs bis zu seinem Krebstod als "leise, ein wenig bitter manchmal". Dazu passt der Erfolg seiner späten Liebeslyrik.

Von Christoph Vormweg


"ZeitZeichen"

Montag bis Freitag um 9.05 Uhr auf SR 2 KulturRadio

Seit über 40 Jahren ist die Sendung "ZeitZeichen" eine feste Institution in der deutschen Radiolandschaft. Mit erzählerischer Kraft, analytischer Brillanz und publizistischer Kompetenz erinnert das "ZeitZeichen" an wichtige Daten und Ereignisse. Dabei geht nicht nur um Geschichte, Politik, Kunst und Kultur, sondern auch das Alltägliche, bis hin zum Skurrilen.

Neben dem aufwändig komponierten Beitrag sind im 15-minütigen "ZeitZeichen" alle Darstellungs- und Stilformen des Hörfunks zu erleben, von der reinen O-Ton-Collage über die Reportage bis hin zum Mini-Hörspiel.

Das ZeitZeichen ist eine Kooperation von SR 2 KulturRadio mit dem Westdeutschen Rundfunk.

Redaktion SR: Peter Weitzmann

Redaktion WDR: Michael Rüger

E-Mail: sr2@sr.de

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