Kurt Eisner (Foto: dpa)

Kurt Eisner bildet einen Nationalrat für Bayern

ZeitZeichen: 8. November 1918

 

Sendung: Donnerstag 08.11.2018 9.05 bis 9.20 Uhr

Er war Schriftsteller und Journalist. Ein kritischer Geist in der Politik. Als SPD-Politiker unterstützte Kurt Eisner 1914 nach Kriegsausbruch noch die Reichsregierung. Denn er glaubte der Propaganda, dass der Zar den Krieg vom Zaun gebrochen habe. Als einer der ersten in der SPD erkannte Eisler allerdings, dass dies nicht stimmte und wandelte sich zum überzeugten Pazifisten.

Bei Kriegsende rief er als Anführer der bayerischen USPD die bayerische Republik als Freistaat aus. "Frei" im Sinne von "frei von Monarchie", denn er erklärte die Wittelsbacher für abgesetzt. Eisler war kein radikaler Anhänger der Räte, sondern sah in ihnen eher eine Interessenvertretung. Er wollte die legislative und exekutive Macht eher dem zu wählenden Parlament übertragen. In den 100 Tagen seiner Regierung blieben von daher revolutionäre Umbrüche wie Sozialisierungen weitgehend aus.

Nach der verlorenen Parlamentswahl wollte Eisner zurücktreten. Er wurde von einem völkisch-nationalistischen Leutnant auf offener Straße erschossen.

Von Heiner Wember


"ZeitZeichen"

Montag bis Freitag um 9.05 Uhr auf SR 2 KulturRadio

Seit über 40 Jahren ist die Sendung "ZeitZeichen" eine feste Institution in der deutschen Radiolandschaft. Mit erzählerischer Kraft, analytischer Brillanz und publizistischer Kompetenz erinnert das "ZeitZeichen" an wichtige Daten und Ereignisse. Dabei geht nicht nur um Geschichte, Politik, Kunst und Kultur, sondern auch das Alltägliche, bis hin zum Skurrilen.

Neben dem aufwändig komponierten Beitrag sind im 15-minütigen "ZeitZeichen" alle Darstellungs- und Stilformen des Hörfunks zu erleben, von der reinen O-Ton-Collage über die Reportage bis hin zum Mini-Hörspiel.

Das ZeitZeichen ist eine Kooperation von SR 2 KulturRadio mit dem Westdeutschen Rundfunk.

Redaktion SR: Peter Weitzmann

Redaktion WDR: Michael Rüger

E-Mail: sr2@sr.de

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