Mauricio Kagel  (Foto: dpa/Roland Scheidemann)

Der Todestag des Komponisten Mauricio Kagel

ZeitZeichen: 18. September 2008

 

Sendung: Dienstag 18.09.2018 9.05 bis 9.20 Uhr

Grunzen und Schreien, Pfeifen, Kreischen, Beschimpfungen in mehreren Sprachen: Schon in seinen ersten "Kölner" Werken hat Mauricio Kagel, der Argentinier mit den deutsch-russisch-jüdischen Vorfahren, das Publikum irritiert und bewiesen, dass ihm nichts heilig ist ‒ weder die Bibel noch die Kollegen.

1957 war der junge Kagel aus Buenos Aires nach Köln gekommen. Hier hat er bis zu seinem Tod vor zehn Jahren die Musikszene belebt und aufgemischt, hat sich ironisch über Demagogen, Kolonialisten oder das heuchlerische Verhältnis zwischen Mensch und Tier ausgelassen, die Romantik und die Apokalypse beschworen oder den Musiker im "Ein Mann Orchester" zum überforderten Allround-Künstler stilisiert. Kagel war enorm belesen, ein denkender und zum Denken anregender Komponist, Essayist, Dirigent, Filme-, Hörspiel- und Geräuschemacher, kurz: der letzte Aufklärer der Musikgeschichte.

Von Michael Struck-Schloen


"ZeitZeichen"

Montag bis Freitag um 9.05 Uhr auf SR 2 KulturRadio

Seit über 40 Jahren ist die Sendung "ZeitZeichen" eine feste Institution in der deutschen Radiolandschaft. Mit erzählerischer Kraft, analytischer Brillanz und publizistischer Kompetenz erinnert das "ZeitZeichen" an wichtige Daten und Ereignisse. Dabei geht nicht nur um Geschichte, Politik, Kunst und Kultur, sondern auch das Alltägliche, bis hin zum Skurrilen.

Neben dem aufwändig komponierten Beitrag sind im 15-minütigen "ZeitZeichen" alle Darstellungs- und Stilformen des Hörfunks zu erleben, von der reinen O-Ton-Collage über die Reportage bis hin zum Mini-Hörspiel.

Das ZeitZeichen ist eine Kooperation von SR 2 KulturRadio mit dem Westdeutschen Rundfunk.

Redaktion SR: Peter Weitzmann

Redaktion WDR: Michael Rüger

E-Mail: sr2@sr.de

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