Politik der verbrannten Erde. Zerstörte Fabrikanlage in Kramatorsk (Ukraine) nach dem Rückzug der Deutschen Wehrmacht. (Foto: picture-alliance / RIA Nowosti)

Göring und Himmler ordnen die "Politik der verbrannten Erde" an

ZeitZeichen: 7. September 1943

 

Sendung: Freitag 07.09.2018 9.05 bis 9.20 Uhr

Es ist eines der dunkelsten Kapitel des Zweiten Weltkriegs. Zu einer Zeit, als die Deutschen immer weiter an den Rand einer Niederlage gedrängt werden, versuchen sie den Gegner auf andere Weise zu schwächen. Nach der Niederlage in Stalingrad müssen sich die deutschen Soldaten aus dem Osten zurückziehen und zerstören daraufhin alles, was ihnen in den Weg kommt.

In einem Brief ordnet Heinrich Himmler am 7. September 1943 an, jegliche Infrastruktur in den besetzten Dörfern zu zerstören. Häuser, Maschinen und Getreide werden verbrannt, Vieh getötet, Brunnen vergiftet. Der Bevölkerung im Osten soll nichts mehr zum Leben bleiben. "Der Gegner muss wirklich ein total verbranntes und zerstörtes Land vorfinden."

Hunderte Dörfer in der Sowjetunion fallen daraufhin der Zerstörungswut der Deutschen zum Opfer. Gesunde Männer, Frauen und Kinder werden ins Deutsche Reich abtransportiert und dort als Zwangsarbeiter eingesetzt. Auch bei ihrem Rückzug aus Finnland und Norwegen hinterlässt die Wehrmacht verbrannte Erde. Zu ihrem absurden Höhepunkt kommt diese Taktik der Zerstörung als Adolf Hitler im März 1945 den "Nerobefehl" erlässt und die Politik der verbrannten Erde nun auch im eigenen Reich anordnet. Die alliierten Truppen sollen bei ihrem Einmarsch nur unbrauchbare Infrastruktur im Deutschen Reich vorfinden.

Von Franziska Fiedler


"ZeitZeichen"

Montag bis Freitag um 9.05 Uhr auf SR 2 KulturRadio

Seit über 40 Jahren ist die Sendung "ZeitZeichen" eine feste Institution in der deutschen Radiolandschaft. Mit erzählerischer Kraft, analytischer Brillanz und publizistischer Kompetenz erinnert das "ZeitZeichen" an wichtige Daten und Ereignisse. Dabei geht nicht nur um Geschichte, Politik, Kunst und Kultur, sondern auch das Alltägliche, bis hin zum Skurrilen.

Neben dem aufwändig komponierten Beitrag sind im 15-minütigen "ZeitZeichen" alle Darstellungs- und Stilformen des Hörfunks zu erleben, von der reinen O-Ton-Collage über die Reportage bis hin zum Mini-Hörspiel.

Das ZeitZeichen ist eine Kooperation von SR 2 KulturRadio mit dem Westdeutschen Rundfunk.

Redaktion SR: Peter Weitzmann

Redaktion WDR: Michael Rüger

E-Mail: sr2@sr.de

Artikel mit anderen teilen