Ignaz Bösendorfer (Lithographie von Josef Kriehuber um 1859) (Foto: SR)

Der Wiener Magistrat gestattet Ignaz Bösendorfer das Klaviermachergewerbe

ZeitZeichen: 25. Juli 1828

 

Sendung: Mittwoch 25.07.2018 9.05 bis 9.20 Uhr

Flügel von Bösendorfer stehen in Konzertsälen auf der ganzen Welt, in der Carnegie Hall in New York, bei der BBC in London und natürlich im Wiener Musikverein. Eng ist der Name Bösendorfer mit der Musikgeschichte Wiens und Pianisten wie Franz Liszt, Anton Rubinstein, Feruccio Busoni und Wilhelm Backhaus verbunden.

Am 25. Juli 1828 erhielt Ignaz Bösendorfer das Anrecht, in der Musikmetropole Wien als "Klaviermachermeister" tätig zu sein. Bösendorfer baute besonders klangvolle und hochwertige Instrumente. Als erster österreichischer Klavierbauer wurde er von Kaiser Ferdinand zum "k.k. Hofklavierverfertiger" ernannt. Nicht nur das war förderlich für Image und Verkaufszahlen. Der junge Virtuose Franz Liszt war begeistert von seinen Flügeln, ebenso Anton Rubinstein. Bösendorfer freundete sich mit ihnen an.

Sein Sohn Ludwig baute die Zusammenarbeit mit Künstlern und die Produktion weiter aus. Seine technischen Innovationen wurde durch Weltausstellungen international bekannt, er lieferte ab den 1860er Jahren in alle Welt, an die Kaiserin Elisabeth und die russische Zarenfamilie, den japanischen Kaiser. Ludwig Bösendorfer eröffnete 1872 einen eigenen Konzertsaal, er begleitete Franz Liszt und Anton Rubinstein auf Konzertreisen, war mit Johannes Brahms, Anton Bruckner und Johann Strauß befreundet. Für Ferrucio Busoni baute die Firma einen Flügel mit vollen acht Oktaven Umfang und 2,90 Metern Länge.

Heute gehört Bösendorfer zum Konzern Yamaha. Doch immer noch werden jährlich 300 Instrumente in Wien und Wiener Neustadt gebaut.

Von Christian Kosfeld


"ZeitZeichen"

Montag bis Freitag um 9.05 Uhr auf SR 2 KulturRadio

Seit über 40 Jahren ist die Sendung "ZeitZeichen" eine feste Institution in der deutschen Radiolandschaft. Mit erzählerischer Kraft, analytischer Brillanz und publizistischer Kompetenz erinnert das "ZeitZeichen" an wichtige Daten und Ereignisse. Dabei geht nicht nur um Geschichte, Politik, Kunst und Kultur, sondern auch das Alltägliche, bis hin zum Skurrilen.

Neben dem aufwändig komponierten Beitrag sind im 15-minütigen "ZeitZeichen" alle Darstellungs- und Stilformen des Hörfunks zu erleben, von der reinen O-Ton-Collage über die Reportage bis hin zum Mini-Hörspiel.

Das ZeitZeichen ist eine Kooperation von SR 2 KulturRadio mit dem Westdeutschen Rundfunk.

Redaktion SR: Peter Weitzmann

Redaktion WDR: Michael Rüger

E-Mail: sr2@sr.de

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