Der Apostolische Nuntius Eugenio Pacelli - der spätere Papst Pius XII (vorn) - verlässt nach der Unterzeichnung des Konkordats mit Preußen am 15.06.1929 (nach anderen Angaben am 14.06.1929) das Preußische Staatsministerium in Berlin (Archiv, der Mann rechts ist nicht identifiziert) (Foto: dpa/Bildfunk)

Reichskonkordat zwischen Deutschland und dem Vatikan unterzeichnet

ZeitZeichen: 20. Juli 1933

 

Sendung: Freitag 20.07.2018 9.05 bis 9.20 Uhr

Eine meterhohe Marienstatue aus Meissener Porzellan für den Kardinalstaatssekretär Eugenio Pacelli, das Großkreuz des Päpstlichen Pius-Ordens für Franz von Papen, den Vizekanzler des Deutsche Reichs. Das waren die Geschenke, die ausgetauscht wurden in Rom an jenem heißen Sommertag 1933, nachdem die beiden Unterhändler ihre Signatur geleistet und die Glocken des Petersdoms gebührlich geläutet hatten.

Das Reichskonkordat, das am 20. Juli vereinbart wurde, war der erste große außenpolitische Erfolg Hitlers nach der Machtübernahme Ende Januar. Der Vertrag zwischen dem Vatikan und Nazideutschland, der heute noch gilt, sollte den deutschen Katholiken ein Mindestmaß an Autonomie garantieren und verhindern, dass die katholische Kirche gleichgeschaltet würde wie die Gewerkschaften, die Presse, die meisten Verbände und Vereine.

Bis heute streiten Historiker und Theologen darüber, ob das Konkordat quasi die Nicht-Anpassung der deutschen Katholiken an das Dritte Reich ermöglichte. Oder ob es umgekehrt dazu führte, dass sich Deutschlands Katholiken aller politischen Betätigung und Kritik an der nationalsozialistischen Ideologie, auch an der Judenverfolgung, enthielten, nur um ihre Einrichtungen und ihr kirchliches Leben in Deutschland zu schützen.

Von Almut Finck


"ZeitZeichen"

Montag bis Freitag um 9.05 Uhr auf SR 2 KulturRadio

Seit über 40 Jahren ist die Sendung "ZeitZeichen" eine feste Institution in der deutschen Radiolandschaft. Mit erzählerischer Kraft, analytischer Brillanz und publizistischer Kompetenz erinnert das "ZeitZeichen" an wichtige Daten und Ereignisse. Dabei geht nicht nur um Geschichte, Politik, Kunst und Kultur, sondern auch das Alltägliche, bis hin zum Skurrilen.

Neben dem aufwändig komponierten Beitrag sind im 15-minütigen "ZeitZeichen" alle Darstellungs- und Stilformen des Hörfunks zu erleben, von der reinen O-Ton-Collage über die Reportage bis hin zum Mini-Hörspiel.

Das ZeitZeichen ist eine Kooperation von SR 2 KulturRadio mit dem Westdeutschen Rundfunk.

Redaktion SR: Peter Weitzmann

Redaktion WDR: Michael Rüger

E-Mail: sr2@sr.de

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