Gedenkstätte erinnert an den Völkermord in Ruanda (Foto: dpa/Ulrike Koltermann)

Der Militärputsch in Ruanda

ZeitZeichen: 5. Juli 1973

 

Sendung: Donnerstag 05.07.2018 9.05 bis 9.20 Uhr

Kaum ein anderes Land der Welt ist kollektiv so traumatisiert von einem Genozid wie Ruanda: Der Völkermord vieler Täter aus der Hutu-Mehrheitsbevölkerung an den Tutsi 1994 mit bis zu einer Million Toten - bei damals 7,5 Millionen Einwohnern - prägt den ostafrikanischen Staat bis heute.

Die Vorgeschichte des monströsen Verbrechens hat viel zu tun mit der deutschen und belgischen Kolonialzeit. Denn „Hutu“ und „Tutsi“ waren vor der Kolonialherrschaft keine Kategorien, in denen die Menschen aus Ruanda dachten. Erst deutsche Rassentheorien und später das belgische Gegeneinander-Ausspielen der Volksgruppen ließen diesen Gegensatz entstehen. Der Militärputsch von 1973 kann im Rückblick als Chance gelten, die spätere Eskalation zu verhindern. Doch sie wurde nicht genutzt.

Von Thomas Pfaff


"ZeitZeichen"

Montag bis Freitag um 9.05 Uhr auf SR 2 KulturRadio

Seit über 40 Jahren ist die Sendung "ZeitZeichen" eine feste Institution in der deutschen Radiolandschaft. Mit erzählerischer Kraft, analytischer Brillanz und publizistischer Kompetenz erinnert das "ZeitZeichen" an wichtige Daten und Ereignisse. Dabei geht nicht nur um Geschichte, Politik, Kunst und Kultur, sondern auch das Alltägliche, bis hin zum Skurrilen.

Neben dem aufwändig komponierten Beitrag sind im 15-minütigen "ZeitZeichen" alle Darstellungs- und Stilformen des Hörfunks zu erleben, von der reinen O-Ton-Collage über die Reportage bis hin zum Mini-Hörspiel.

Das ZeitZeichen ist eine Kooperation von SR 2 KulturRadio mit dem Westdeutschen Rundfunk.

Redaktion SR: Peter Weitzmann

Redaktion WDR: Michael Rüger

E-Mail: sr2@sr.de

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