Diskutierten im saarland.pod über die Frankreichstrategie des Saarlandes: der Sprachwissenschaftler Dr. Philipp Krämer, Cédric Lang-Roth vom France Bleu Lorraine Nord, SR-Moderatorin Lisa Huth und Bildungsstaatsekretär Jan Benedyczuk (Foto: SR / Rick Reitler)

Kuddelmuddel oder alles in Butter?

saarland.pod - Der Politik-Podcast des Saarländischen Rundfunks

Moderation: Lisa Huth   21.01.2020 | 12:00 Uhr

Kurz vor dem Deutsch-Französischen Tag am 22. Januar beleuchten drei ExpertInnen den Stand der Dinge in Sachen "Frankreichstrategie": Bildungsstaatssekretär Jan Benedyczuk, der Berliner Sprachwissenschaftler Dr. Philipp Krämer und Cédric Lang-Roth vom France Bleu Lorraine Nord.

Wie steht es um die Finanzierung, die Ausbildung und Durchsetzung der Frankreichstrategie des Saarlandes sieben Jahre nach deren Beschluss? Was machen die Luxemburger anders, womöglich besser? Und wie blicken die Franzosen auf das Vorhaben?

Darüber sprechen:

  • Dr. Philipp Krämer, Sprachwissenschaftler aus Berlin
  • Cédric Lang-Roth, France Bleu Lorraine Nord
  • Jan Benedyczuk, Staatssekretär im Bildungsministerium des Saarlandes

Die Gesprächsleitung hatte Lisa Huth.

Hintergrund:

Am 22. Januar 2013, dem Deutsch-Französischen Tag, hatte die frühere saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer die Frankreichstrategie des Saarlandes verkündet. Sie beinhaltet zum einen das Ziel, dass die zu diesem Zeitpunkt geborene Generation bis 2043 zweisprachig sein solle, also selbstverständlich die Sprache des Nachbarn spricht - neben Englisch als Weltsprache. Zum anderen: eine engere wirtschaftlichere Verflechtung mit – damals – Lothringen, heute Grand Est, weil jeder für sich auf der Weltkarte verschwindet.

Über das Für und Wider der Frankreichstrategie wurde seitdem in Wellen immer wieder diskutiert. Die meisten befürworten sie, viel ist passiert, und vor allem: Die Kinder, die 2013 geboren wurden, sind mittlerweile eingeschult. Wo stehen sie mit ihrem Französisch, und wo steht die Frankreichstrategie im Jahre Sieben? Darum geht es in der ersten saarland.pod-Ausgabe 2020, dem Podcast des Saarländischen Rundfunks.

Symbolbild: Frankreichstrategie (Foto: SR)
Symbolbild: Frankreichstrategie (Foto: SR Fernsehen)


Die Frankreichstrategie lebt

Einig waren sich alle Gäste: Entgegen der Unkenrufe im vergangenen Jahr ist die Frankreichstrategie nicht gescheitert. Das Pflänzchen müsse aber gedüngt werden, so Philipp Krämer, damit es nicht eingehe. Staatssekretär Jan Benedyczuk verwies darauf, dass das Saarland deutschlandweit den höchsten Anteil an Kindertageseinrichtungen habe, in denen Französisch gelernt werde. Das Netzwerk an Elysée-Kitas in Deutschland werde mit mehr als der Hälfte von saarländischen Kitas bestritten. Ziel sei es, die französische Sprache, Englisch und die Herkunftssprache entlang der kompletten Bildungskette anzubieten.

"In der der Sprache baden"

Im Département Moselle, so Cédric Lang-Roth, gebe es auch eine Deutschlandstrategie. Die sei aber nicht vergleichbar. Derzeit würden in Moselle 51 Millionen Euro pro Jahr investiert. Es werde auch sehr viel mehr Deutsch gelernt als früher. Wichtig für die Lothringer sei aber nicht das literarische Deutsch, sondern die Kultur kennen zu lernen und die Sprache fließend zu sprechen. Das werde in Paris nicht richtig verstanden. Auch dass der Unterricht, etwa in Mathematik, Biologie oder Musik, auf Deutsch gehalten werde. Das gibt es umgekehrt im Saarland auch. Benedyczuk nannte es "in der der Sprache baden". Das sei ein wichtiger Weg, um die Frankreichstrategie mit Leben zu erfüllen.

Keine Pflicht

Im Saarland solle Französisch weiterhin nicht verpflichtend sein wie etwa in Luxemburg, sagte Benedyczuk, das Saarland wolle aber weiterhin Anreize schaffen. Ziel sei, dass Französisch flächendeckend an allen saarländischen Grundschulen angeboten werden könne. Das Bildungsministerium werde hart darum kämpfen, die nötigen Mittel, die nötigen Lehrkräfte und die nötigen Stellen zu bekommen. Der Aachener Vertrag ermögliche Modellversuche, das wolle das Saarland ausnutzen. Cédric Lang-Roth verwies auf den Eurodistrikt, der das auch umsetzen könne und wolle. Sprich: Das könne und sollte ruhig mehr genutzt werden!

Ein Thema in der Sendung "Der Morgen" vom 21.01.2020 auf SR 2 KulturRadio.


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