Mehr als Cancan und Barcarole

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Musikfestspiele Saar entdecken unbekannte Seiten des Komponisten Jacques Offenbach

Audio: Johannes Kloth/Clara Brill   22.05.2019 | 06:00 Uhr

Wer weiß, dass Jacques Offenbach auch Kirchenmusik geschrieben hat? Diese unbekannte Seite des Komponisten steht nun in einem Konzert der Musikfestspiele Saar im Rampenlicht: Ein Deutsch-Französischer Festivalchor wird einige sakrale Werke Offenbachs erstmals aufführen. Die dazugehörigen Noten wurden erst vor wenigen Jahren in Offenbachs Nachlass wiederentdeckt.

Mit dem Namen Jacques Offenbach verbindet man in erster Linie den "Cancan" aus "Orpheus in der Unterwelt" und die Oper "Hoffmanns Erzählungen". Und das wars dann im Wesentlichen schon. Dabei war der gebürtige Kölner, den es mit vierzehn Jahren nach Paris gezogen hat, ein Komponist mit vielen Facetten. Mit seinen satirischen und zeitkritischen Operetten hat er Singuläres geschaffen.

Und wer weiß, dass der - aus einer jüdischen Familie stammende, später zum Katholizismus konvertierte - Offenbach auch Kirchenmusik geschrieben hat? Diese unbekannte Seite des Komponisten steht nun in einem Konzert der Musikfestspiele Saar im Rampenlicht: Ein Deutsch-Französischer Festivalchor wird einige sakrale Werke Offenbachs erstmals aufführen. Die dazugehörigen Noten wurden erst vor wenigen Jahren in Offenbachs Nachlass wiederentdeckt.

Vokalensemble '83 (Foto: Fabian Hank)

Veranstaltung

Zum 200. Geburtstag von Jacques Offenbach
Erstaufführung seiner sakralen Werke mit dem Deutsch-Französischen Festivalchor der Internationalen Musikfestspiele Saar unter Beteiligung des Vokalensembles ’83 – Saarbrücken

Mittwoch, 22. Mai 2019, 19.00 Uhr
Basilika St.Johann Saarbrücken

Vokalensemble ’83 – Saarbrücken
Isabel Meiser, Mezzosopran
Bernhard Leonardy, Orgel und musikalische Leitung

Europa befindet sich in einer Zeit des Umbruchs. Vieles, was bisher so selbstverständlich schien, hat an Selbstverständlichkeit verloren. In diesem Jahr feiert ein deutsch-französischer Komponist seinen 200. Geburtstag, der seinerzeit mit ähnlichen „grenzübergreifenden” Themen gerungen hat: Jacques Offenbach.

In Köln geboren, siedelte Jakob Offenbach mit 14 Jahren für ein Musikstudium nach Paris um, wo er sich bald Jacques nannte. In der französischen Hauptstadt erwarb er sich in der Gesellschaft besonders durch seine Operetten einen hervorragenden Ruf, der ihn bis heute verfolgt. Denn Offenbach wird allzu oft als Komponist frivoler Unterhaltungsmusik belächelt, wissen doch wenige, dass er seinerzeit politisch war und Anspielungen über Politik und Gesellschaft in seine Werke einfließen ließ. Hierin liegt wahrscheinlich einer der Gründe, weshalb damals erstaunlich wenige seiner Werke veröffentlicht wurden und 2016 im Familienarchiv Offenbachs 20.000 unbekannte Manuskripte gefunden wurden.

Bernhard Leonardy und Jean Christophe Keck  (Foto: Verena Mathieu)
Bernhard Leonardy und Jean Christophe Keck

Bernhard Leonardy, der den Offenbach-Kenner Jean-Christophe Keck kontaktierte, konnte aus diesem einmaligen Fund einige sakrale Werke gewinnen, die am 22.5. in der Basilika St. Johann zur Erstaufführung kommen.

Der Geist Offenbachs, der bereits im 19. Jahrhundert zwischen Deutschen und Franzosen Brücken schlug, und der auch in seinem Glaubensleben durch die beiden Brüderreligionen Judentum und Christentum wanderte, bleibt weiterhin hoch aktuell für die „New Generation” in Europa.

Auf dem Programm:

Jacques Offenbach

  • Alleluja
  • Prière
  • Douce Madonne aus „La Haine“
  • Ave Maria
  • Sponsa Dei aus „La Haine“ Cancan
  • Barcarole
u. a.

Mehr Infos auf:
https://musikfestspielesaar.de/index.php/programm-2019/programm-2019/2-uncategorised/56-21-19-jacques-offenbach

Ein Thema aus der Sendung "Der Vormittag" vom 22.05.2019 auf SR 2 KulturRadio.


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Redaktion: Gabi Szarvas, Nike Keisinger

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