DRP-Musiker: Ermir Abeshi, Jessica Sommer, Benjamun Rivinius, Claire Min-Jung Suh-Neubert, Mario Blaumer, Helmut Winkel (Foto: Johann Kunz)

"Es geht manchmal schon fast ins Orchestrale"

Musiker der Deutschen Radio Philharmonie erkunden Streichsextett-Werke von Brahms, Boccherini und Borodin im Forbacher Ensemblekonzert

Moderation: Anna Becker / Beitrag: Johann Kunz  

Sendung: Mittwoch 13.06.2018 11.20 Uhr

Für Interpreten, Musikfans und Komponisten gilt es als Königsdisziplin der Kammermusik: das Streichquartett. Fast jeder Komponist seit Joseph Haydn hat zu dieser Gattung beigetragen. Darunter jede Menge Meisterwerke. Auch Johannes Brahms hatte sich schon in jungen Jahren daran versucht, diese frühen Werke als Zeugnisse mangelnder Reife aber später vernichtet. Die ersten Stücke reiner Streicher-Kammermusik, die er veröffentlichte, waren seine beiden Streichsextette, op. 18 und 36. Obwohl die Verleger anfangs skeptisch waren, ob sich die Werke dieser seltenen, von Luigi Boccherini erst um 1777 begründeten Gattung verkaufen würden, wurden die Sextette zu einem großen Erfolg.

Heute Abend werden beim „3. SR-Ensemblekonzert Forbach“ gleich drei Streichsextette von Brahms, Boccherini und Borodin gespielt, von Streichern unserer DRP im Forbacher Burghof. Unser Reporter Johann Kunz hat die Musiker vorab bei einer Probe besucht und mit Ihnen gesprochen. 

DRP-Musiker bei der Probe für das Ensemblekonzert am 13.6.2018 (Foto: Johann Kunz)

3. ENSEMBLEKONZERT FORBACH – MUSIQUE DE CHAMBRE AU BURGHOF
„Aimez-vous Brahms?“

Mittwoch, 13. Juni 2018 | 20 Uhr | Burghof Forbach

Margarete Adorf, Helmut Winkel und Ermir Abeshi, Violine
Benjamin Rivinius und Jessica Sommer, Viola
Mario Blaumer und Claire Min-Jung Suh-Neubert, Violoncello

Luigi Boccherini
Sextett für zwei Violinen, zwei Violen und zwei Violoncelli f-Moll op. 23 Nr. 4 G 457

Alexander Borodin
Sextett für zwei Violinen, zwei Violen und zwei Violoncelli d-Moll (Fragment)

Johannes Brahms
Sextett für zwei Violinen, zwei Violen und zwei Violoncelli Nr. 2 G-Dur op. 36

Boccherini hat das Streichsextett erfunden, doch erst mit Brahms etablierte es sich als Alternative zum Streichquartett. Brahms hat als junger Mann zwei bedeutende Streichsextette vorgelegt – das zweite in G-Dur gilt trotz der üppigen Besetzung als ein besonders lichtes und transparentes Werk. Auch leise Wehmut strahlt es aus: Da habe er sich von seiner „letzten Liebe losgemacht“, schreibt Brahms. Es war die kurze Sommerliebe zu der Göttinger Professorentochter Agathe von Siebold. Die in Töne umsetzbaren Buchstaben ihres Vornamens a – g – a – h – e tauchen im Seitenthema des ersten Satzes auf.

Mittwoch, 13. Juni 2018 | 20 Uhr | Burghof Forbach
3. ENSEMBLEKONZERT FORBACH – MUSIQUE DE CHAMBRE AU BURGHOF
„Aimez-vous Brahms?“


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Redaktion: Gabi Szarvas, Nike Keisinger

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