Ulrike Kolb - Erinnerungen so nah (Foto: Wallstein Verlag)

Ulrike Kolb zu "Erinnerungen so nah"

Literatur im Gespräch

Mit Tilla Fuchs  

Sendung: Mittwoch 17.11.2021 19.15 bis 20:00 Uhr

Warum rücken Ereignisse der Vergangenheit näher, je weiter wir uns zeitlich von ihnen entfernen? So scheint es der Schriftstellerin Ulrike Kolb (*1942 in Saarbrücken) zu gehen, die in ihrem jüngsten Buch "Erinnerungen so nah" (Wallstein Verlag 2021) ein bewegtes Leben Revue passieren lässt: Das Aufwachsen im saarländischen Völklingen als Tochter eines Süßwarenfabrikanten in der unmittelbaren Nachkriegszeit, das Abschütteln tradierter Strukturen, Kolbs Politisierung in RAF-Zeiten.

Ulrike Kolb zu "Erinnerungen so nah"
Audio [SR 2, Tilla Fuchs / Ulrike Kolb, 17.11.2021, Länge: 47:25 Min.]
Ulrike Kolb zu "Erinnerungen so nah"

Über diese Themen sprach Ulrike Kolb mit SR2 Literaturredakteurin Tilla Fuchs im Rahmen der Hombuch am 12. September 2021. Themen, die Kolb auch in ihrem fiktionalen Schreiben immer wieder aufgreift, etwa in "Schönes Leben" (Conte Verlag, 1990/2002).

Und immer wieder ist es die Nazizeit, die sie kaum bewusst erlebt hat, deren Grauen sich ihr aber aus Erzählungen von Zeitzeugen oder der Literatur vermittelt und sie nicht mehr loslässt. Ebenso die quälende Frage nach der Simultaneität: Was habe ich als Kind gerade gespielt, gemacht, während andere Kinder in KZs ermordet wurden?

Reisen nach Israel und langjährige Freundschaften helfen ihr, diese Zeit zu bewältigen, schlagen sich ebenfalls literarisch nieder ("Yoram", Wallstein Verlag, 2009) und haben bis heute eine große Bedeutung für Ulrike Kolbs Leben.

Ein Mitschnitt von der Buchmesse Hombuch 2021


Ulrike Kolb
Erinnerungen so nah

Wallstein Verlag 2021
222 Seiten, 20,00 Euro
ISBN: 978-3-8353-3835-7


Die Sendung ist nachhörbar auf SR2.de und in der ARD Audiothek.

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Literatur im Gespräch

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Redaktion: Tilla Fuchs

Kontakt: literatur-im-gespraech@sr.de

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