Mirko Bonné über seine Joseph-Conrad-Übersetzung

Mirko Bonné zu seiner Neu-Übersetzung von "Der Niemand von der Narcissus"

Literatur im Gespräch

mit Tilla Fuchs  

Sendung: Mittwoch 05.05.2021 19.15 bis 20:00 Uhr

Das Handelsschiff "Narcissus" gerät auf der Fahrt von Bombay nach London in einen schweren Sturm und droht zu kentern. Ein Teil der Mannschaft befreit den schwarzen Matrosen James Wait aus seiner Kabine, in der er tuberkulosekrank niederliegt, eingeschlossen im Bauch des dahintreibenden Schiffes.

"Der Niemand von der Narcissus", Joseph Conrads (1857-1924) dritter Roman, basiert auf wahren Tatsachen: Der Seemann Conrad ist selbst diese Route gefahren. Dass sein Buch, das von großer Erzählkunst zeugt und ein scharfes Gesellschaftsportrait des späten 19. Jahrhunderts zeichnet, dennoch ins Abseits geraten war, ist seinem zutiefst rassistischen und diffamierenden Titel im Original geschuldet ("The Nigger of the Narcissus").

Der Autor, Lyriker und Übersetzer Mirko Bonné befreit das Buch mit seiner Neuübersetzung aus der Vergessenheit und sorgt dafür, dass dieser Klassiker der Weltliteratur wieder lesbar wird. Gleichzeitig ist Bonnés Übersetzungsarbeit Inspiration und Bezugspunkt seines eigenen Schreibens und Dichtens.


Mirko Bonné, geboren 1965 in Tegernsee, hat mehr als 20 Bücher veröffentlicht, zuletzt etwa den Gedichtband "Wimpern und Asche" (2018) oder den Roman "Seeland. Schneeland" (2021). Bonné übersetzt aus dem Englischen und Französischen, etwa Werke von Mary MacLane, John Keats, Antoine de Saint-Exupéry oder Georges Simenon. Seine Übersetzung von Joseph Conrads "Der Niemand von der Narcissus", ist im Mare Verlag erschienen.


Die Sendung ist nachhörbar auf SR2.de und in der ARD Audiothek.


Vorschau

12. Mai: Das Magazin

19. Mai: Judith Hermann über "Daheim"

26. Mai: Das Magazin

2. Juni: Björn Stephan


Literatur im Gespräch

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Redaktion: Tilla Fuchs

Kontakt: literatur-im-gespraech@sr.de

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