Giwi Margwelaschwili: "Das Lese-Liebeseheglück"

Giwi Margwelaschwili: "Das Lese-Liebeseheglück"

Literatur im Gespräch - Das Magazin

 

Sendung: Mittwoch 25.03.2020 19.15 bis 20:00 Uhr

(Wiederholung vom 12. Juni 2012)

Am Freitag, den 13. März 2020 ist der deutsch-georgische Schriftsteller Giwi Margwelaschwili in Tbilissi gestorben. Mit einem Lächeln auf den Lippen und nach 92 Lebensjahren, in denen er Vieles von dem gesehen und beschrieben hatte, was das 20. Jahrhundert an Schrecklichem und Schönem bereitgehalten hatte. Lange Zeit lebte er beinahe inkognito in der georgischen Hauptstadt. 1989 reiste der damalige Literaturredakteur des SR, Ralph Schock, nach Tbilissi und „entdeckte“ dort den fast vergessenen deutschsprachigen Autor Giwi Margwelaschwili. Ralph Schock ist es auch zu verdanken, dass Margwelaschwili nach Saarbrücken kommen konnte, 1990 als Stadtschreiber und dass ihm ein später Ruhm zuteilwurde.

Anlässlich seines Todes wiederholen wir eine Sendung, die Ralph Schock am 8. Juni 2012 im Saarbrücker Schloss mit Giwi Margwelaschwili aufgenommen hat. Es ging um seinen damals gerade erschienenen Roman „Das Lese-Liebeseheglück“, der seine Zeit als Saarbrücker Stadtschreiber Revue passieren lässt und der die Ähnlichkeit mit lebenden Personen geradezu sucht: außer dem Leser sind alle Buchpersonen im „Lese-Liebeseheglück“ Realpersonen, mit denen der Verfasser während seiner Saarbrücker Zeit zusammentraf. Das Buch war gedacht als „Hommage an alle diese Leute […], die [ihm] nach langer Zeit wieder das Gefühl vermittelt haben, einer Muttersprachgemeinschaft anzugehören,“ wie Margwelaschwili einleitend schreibt. Im Saarbrücker Hotel Fuchs lässt er eine fulminante Reise in die (saarländische) Geschichte des 18. Jahrhunderts beginnen, in der der Leser eine besondere Rolle übernimmt: als Mitgestalter des literarischen Geschehens.

Giwi Margwelaschwili: Das Lese-Liebeseheglück (Foto: Buchverlag)
Giwi Margwelaschwili: Das Lese-Liebeseheglück


Der Autor:

Giwi Margwelaschwili wurde 1927 als Sohn georgischer Emigranten in Berlin geboren.1946 wurde er von der Roten Armee zunächst in das Internierungslager Sachsenhausen und später nach Georgien, in das Land seiner Vorfahren verschleppt, das er bis 1989 nicht mehr verlassen durfte. In der Verbannung entstand ein einzigartiges philosophisch-literarisches Werk.


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Vorschau

1. April: Das Magazin

8. April: Ingo Schulze zu seinem Roman "Die rechtschaffenen Mörder"

13. April: Sondersendung "Und vergiss die Badehose nicht", Georges Perec und Eugen Helmlé - Die Korrespondenz von 1966 bis 1982. Ein Feature von Tilla Fuchs (SR 2012)

15. April: Das Magazin

22. April: Pierre Jarawan zu "Ein Lied für die Vermissten"


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Woher nehmen sie ihre Inspiration? Welche Rolle spielt die Literatur in ihrem Alltag? Was sind ihre Themen und wie setzen sie sie literarisch um? SR 2-ModeratorInnen sprechen mit Autorinnen und Autoren über ihr Schreiben und Leben, senden Auszüge aus aktuellen Romanen, Erzählungen, Essays oder Gedichten, bringen Literatur ins Gespräch.

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Redaktion: Tilla Fuchs

Kontakt: literatur-im-gespraech@sr.de

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