"Wie Brecht einmal von der Volkspolizei eine Anzeige bekam"

Günter Kunert: "Wie Brecht einmal von der Volkspolizei eine Anzeige bekam"

Literatur im Gespräch

Moderation: Peter König  

Sendung: Mittwoch 01.11.2019 19.04 bis 20:00 Uhr

Lesung und Gespräch

Sein Werk umfasst Bücher, Kurzgeschichten, Gedichte, Märchen, Drehbücher: Günter Kunert war einer der produktivsten Autoren Deutschlands.

In seinem Leben und Werk spiegelt sich die Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert: Geboren 1929 in Berlin noch zur Zeit der Weimarer Republik, wuchs er in der Nazizeit auf - verunglimpft als sogenannter Halbjude, seine Mutter war Jüdin. Nach dem Krieg trat Kunert 1949 in die SED ein. Zu seinen Förderern in der DDR zählte auch Bertolt Brecht, der das Talent des jungen Autors erkannt hatte. Doch Kunert, der nach seinen Erfahrungen mit dem Naziterror auf den Sozialismus gesetzt hatte, wurde vom SED-Staat zunehmend enttäuscht.

1976 gehörte er zu den ersten Unterzeichnern eines Protestes gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann aus der DDR. 1979 ließ die SED den unbequemen Dichter Kunert, der zuvor viele Jahre bespitzelt worden war, in den Westen. In Schleswig-Holstein fand er ein neues Zuhause, in einer ehemaligen Dorfschule in Kaisborstel. Dort lebte er mehr als 40 Jahre.

Am 21. September starb Günter Kunert im Alter von 90 Jahren. Aus diesem Anlass wiederholen wir eine Aufnahme vom März 1996. Kunert las aus seinem damals noch unveröffentlichten Text "Wie Brecht einmal von der Volkspolizei eine Anzeige bekam", der im selben Jahr in der Literaturzeitschrift "Neue Rundschau" abgedruckt wurde und später im Verlag Thomas Reche erschien.


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Redaktion: Tilla Fuchs

Kontakt: literatur-im-gespraech@sr.de

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