Olga Martynova (Foto: SR/Ralph Schock)

Olga Martynova: "Über die Dummheit der Stunde"

und eine Hommage an den Schriftsteller Oleg Jurjew

Moderation: Peter König  

Sendung: Dienstag 05.02.2019 20.04 bis 21:00 Uhr

In ihrem Essay-Band "Über die Dummheit der Stunde" hat Olga Martynova wichtige Beiträge zur europäischen Literatur versammelt, aber auch Beobachtungen zum Verhältnis zwischen Russland und Europa. Es sind literarische Grenzgänge zwischen Gegenwart und Vergangenheit, sensible Momentaufnahmen einer unruhigen Welt. Dabei geht es auch um Autoren wie Joseph Brodsky und Paul Celan, Ossip Mandelstam und Ovid.

Olga Martynova liest aber nicht nur aus ihrem Essay-Band. Die Sendung ist auch eine Hommage an Martynovas Ehemann, den im Juli verstorbenen Schriftsteller, Dramatiker und Übersetzer Oleg Jurjew, der noch am 14. Mai 2018 zu Gast im Saarländischen Künstlerhaus war.

Die Autorin:

Olga Martynova, 1962 bei Krasnojarsk in Sibirien geboren, wuchs in Leningrad auf und studierte dort russische Sprache und Literatur. 1991 zog sie nach Deutschland. Sie schreibt Gedichte (auf Russisch) und Essays und Prosa (auf Deutsch). Mit ihrem Romandebüt »Sogar Papageien überleben uns« (2010) kam sie auf die Longlist des Deutschen Buchpreises.

2011 erhielt sie den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis und den Roswitha-von-Gandersheim-Preis. Für ein Kapitel aus ihrem Roman "Mörikes Schlüsselbein" gewann sie 2012 den Ingeborg-Bachmann-Preis. 2015 erhielt sie den Berliner Literaturpreis und hatte die Heiner-Müller-Gastprofessur für deutschsprachige Poetik an der FU Berlin inne.

Wir senden den Mitschnitt der Lesung vom 10. Dezember 2018 im Saarländischen Künstlerhaus und Auszüge aus der Veranstaltung vom 14. Mai 2018, ebenfalls im Saarländischen Künstlerhaus


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12. Februar: Takis Würger mit "Stella"

Friedrich wächst als stiller, naiver Junge am Genfer See heran. 1942 zieht der Schweizer nach Berlin und trifft dort in einem Zeichenkurs einer Kunstschule das Aktmodell Kristin. Die stolze Frau zieht Friedrich sofort in ihren Bann. Eines Tages verschwindet Kristin und steht erst Tage später – von der Gestapo misshandelt – vor Friedrichs Tür: "Ich habe dir nicht die Wahrheit gesagt." Friedrich erfährt: Sie heißt Stella und ist Jüdin. Die Gestapo hat sie enttarnt und zwingt sie nun zur Zusammenarbeit, um ihre inhaftierte Familie zu schützen. So gerät auch Friedrich in einen Konflikt zwischen Liebe und Schuld.

Der Roman beruht auf der wahren Geschichte der Stella Goldschlag, die im Berlin des zweiten Weltkriegs auch als „blondes Gift“ bekannt war. Seit seinem Erscheinen am 11. Januar wird intensiv über diesen Roman diskutiert: Darf man so einen fiktiven Roman über eine historische Figur schreiben? Sally-Charell Delin spricht mit SPIEGEL-Redakteur Takis Würger über das Buch, die Kritik und die Unterschiede von journalistischem und literarischem Schreiben.

Vorschau

19. Februar: Verena Mermer mit "Autobus Ultima Speranza“

26. Februar: Emanuel Maeß mit "Gelenke des Lichts"

5. März: Terezia Mora mit "Alle Tage"


Literatur im Gespräch

Woher nehmen sie ihre Inspiration? Welche Rolle spielt die Literatur in ihrem Alltag? Was sind ihre Themen und wie setzen sie sie literarisch um? SR 2-Moderatoren sprechen mit Autorinnen und Autoren über ihr Schreiben und Leben, senden Auszüge aus aktuellen Romanen, Erzählungen, Essays oder Gedichten, bringen Literatur ins Gespräch. Dienstags von 20.04 bis 21.00 Uhr auf SR 2 KulturRadio und danach sieben Tage lang in der SR-Mediathek.

Redaktion: Tilla Fuchs

Kontakt: literatur-im-gespraech@sr.de

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