Johannes Kühn (Foto: Pasquale D'Angiolillo)

Saarländischer Dichter von Weltrang

Johannes Kühn wird 85

Moderation: Peter König  

Sendung: Dienstag 29.01.2019 20.04 bis 21:00 Uhr

Ein Film über den Dichter Johannes Kühn
"Papier, Stift, Kaffee und Zigarren"
Der Dokumentarfilm "Papier, Stift, Kaffee und Zigarren - Der Dichter Johannes Kühn" lief am 6. Januar im SR Fernsehen. Bei der Premiere Ende November in Kühns Heimatstadt Hasborn wurde der Film bereits gefeiert, auch Kühn sebst war sehr zufrieden. Ein Multimedia-Dossier.

Der im saarländischen Hasborn lebende Dichter Johannes Kühn ist einer der bedeutendsten deutschsprachigen Lyriker der Gegenwart. Schon als Schüler des Gymnasiums im Missionshaus der Steyler Missionare in St.Wendel bekannte er seinem Freund Benno Rech: “Ich will Dichter werden”. Und er wurde und blieb es bis zum heutigen Tag.

Der Ruhm kam allerdings erst spät. Zunächst traf Kühn nur auf Ablehnung, Spott und Unverständnis. 1989 – da war der Dichter bereits weit über 50 - stellte der Schriftsteller Ludwig Harig den Kontakt zum renommierten Carl-Hanser-Verlag in München her. Kühns Herausgebern, dem Ehepaar Irmgard und Benno Rech, gelang es, einen Lyrikband ihres Freundes dort unterzubringen: "Ich Winkelgast" wurde von den bundesdeutschen Feuilletons als poetische Überraschung gefeiert.

Seither hat Johannes Kühn zahlreiche weitere Gedichtbände veröffentlicht. Sein Werk ist vielfach preisgekrönt – unter anderen mit dem Friedrich-Hölderlin-Preis – und in viele Sprachen übersetzt. Auch in den französischen Klassikerhimmel wurde er aufgenommen, einige seiner Gedichte erschienen in der berühmten Bibliothèque de la Pléiade.

Sein langjähriger Hanser-Verleger Michael Krüger hat über Johannes Kühn einmal gesagt, Kühn sei ein Dichter, "den man gern in der Jackentasche hat und dann zu verschiedenen Zeiten wieder hervorzieht; er ist nicht einer, den man so abhaken kann."

Anlässlich seines 85. Geburtstages am 3.  Februar bringen wir auch Auszüge aus einer "Literatur im Gespräch"-Sendung von 2003, in der Johannes Kühn eindrucksvoll demonstriert, dass er nur ein Stichwort braucht, um aus dem Stegreif Gedichte von hoher Qualität zu verfassen.


Nächste Sendung

5. Februar: Olga Martynova: "Über die Dummheit der Stunde"
und eine Hommage an den Schriftsteller Oleg Jurjew

In ihrem Essay-Band "Über die Dummheit der Stunde" hat Olga Martynova wichtige Beiträge zur europäischen Literatur versammelt, aber auch Beobachtungen zum Verhältnis zwischen Russland und Europa. Es sind literarische Grenzgänge zwischen Gegenwart und Vergangenheit, sensible Momentaufnahmen einer unruhigen Welt.

Die Sendung ist auch eine Hommage an Martynovas Ehemann, den im Juli verstorbenen Schriftsteller, Dramatiker und Übersetzer Oleg Jurjew, der noch am 14. Mai 2018 zu Gast im Saarländischen Künstlerhaus war.

Vorschau

12. Februar: Takis Würger mit "Stella"

19. Februar: Verena Mermer mit "Autobus Ultima Speranza“

26. Februar: Emanuel Maeß mit "Gelenke des Lichts"


Literatur im Gespräch

Woher nehmen sie ihre Inspiration? Welche Rolle spielt die Literatur in ihrem Alltag? Was sind ihre Themen und wie setzen sie sie literarisch um? SR 2-Moderatoren sprechen mit Autorinnen und Autoren über ihr Schreiben und Leben, senden Auszüge aus aktuellen Romanen, Erzählungen, Essays oder Gedichten, bringen Literatur ins Gespräch. Dienstags von 20.04 bis 21.00 Uhr auf SR 2 KulturRadio und danach sieben Tage lang in der SR-Mediathek.

Redaktion: Tilla Fuchs

Kontakt: literatur-im-gespraech@sr.de

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