Katharina Adler - Ida (Foto: Rowohlt)

Katharina Adler: "Ida"

Literatur im Gespräch

 

Sendung: Dienstag 06.11.2018 20.04 bis 21.00 Uhr

Lesung und Gespräch, Gesprächspartner: Peter König (SR 2 KulturRadio)

Sie ist eine der bekanntesten Patientinnen des 20. Jahrhunderts: Dora, das jüdische Mädchen mit der "petite hystérie" und einer äußerst verschlungenen Familiengeschichte. Dora, die kaum 18 war, als sie es wagte, ihre Kur bei Sigmund Freud vorzeitig zu beenden, und ihn, wie er es fasste, "um die Befriedigung [brachte], sie weit gründlicher von ihrem Leiden zu befreien."

Für Katharina Adler war die widerständige Patientin lange nicht mehr als eine Familien-Anekdote: ihre Urgroßmutter, die - nicht unter ihrem wirklichen Namen und auch nicht für eine besondere Leistung - zu Nachruhm kam, und dabei mal zum Opfer, mal zur Heldin stilisiert wurde. "Nach und nach wuchs in mir der Wunsch, dieses Bild von ihr zu ergänzen, ihm aber auch etwas entgegenzusetzen."

Mit großem gestalterischem Weitblick und scharfem Auge für jedes Detail erzählt Katharina Adler die Geschichte einer Frau zwischen Welt- und Nervenkriegen, Exil und Erinnerung. Eine Geschichte, in die sich ein halbes Jahrhundert mit seinen Verwerfungen eingeschrieben hat.

Über die Autorin

Katharina Adler wurde 1980 in München geboren. Sie schreibt Prosa, die unter anderem in Plumbum, EDIT und Akzente veröffentlicht wurde, Essays und Theaterstücke, die bisher am Staatsschauspiel Dresden, am Nationaltheater Mannheim und am Staatstheater Nürnberg gezeigt wurden. Bereits für das Manuskript ihres ersten Romans, "Ida", erhielt sie das Literaturstipendium des Freistaats Bayern und wurde 2015 für den Alfred-Döblin-Preis nominiert. 2018, nach Erscheinen des Buches, folgte die Nominierung für den Klaus-Michael Kühne-Preis und den ZDF-aspekte-Literaturpreis.


Literatur im Gespräch

Dienstags von 20.04 bis 21.00 Uhr auf SR 2 KulturRadio

Ein Forum für literarische Texte, die im Gespräch sind oder durch die Sendung ins Gespräch gebracht werden sollen.

Es handelt sich um Romane, Erzählungen, Essays oder Gedichte, die veröffentlicht oder noch unveröffentlicht sind. Die Sendung will Autoren von "draußen" ins Land und Autoren aus dem Land nach draußen vermitteln. Zu hören sind Studiogespräche sowie Mitschnitte öffentlicher Lesungen von bekannten und unbekannten Schriftstellern, von Nobelpreisträgern wie (wenn sie interessant sind) von Autoren, die ihre Bücher im Selbstverlag herausbringen. Die Autoren sind in der Regel deutschsprachig.

Redaktion: Tilla Fuchs

Kontakt: literatur-im-gespraech@sr.de

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