Ludwig Harig - Ich spaziere in die Welt (Foto: SR Fernsehen)

Hommage an Ludwig Harig

Der saarländische Autor Ludwig Harig im Gespräch mit Ralph Schock

Eine Wiederholung vom 16. Juli 2002  

Sendung: Dienstag 08.05.2018 20.04 bis 21.00 Uhr

Über den Inhalt

Literatur im Saarland
Ludwig Harig ist tot
Ludwig Harig ist tot. Wie aus Familienkreisen bekannt wurde, starb Harig am 5. Mai im Alter von 90 Jahren in seiner Heimatstadt Sulzbach. Seinen Durchbruch erzielte er mit einer Trilogie über die Geschichte seiner Familie, in der er auch seine eigene Verführbarkeit durch die Nazis zum Thema machte.

„Die Oma hat gesagt: der Bub ist ein Luftkutscher. Und der Beruf, den ich schließlich ausgeübt habe, mein Leben lang, ist ja der Beruf eines Luftkutschers, eines Menschen, der eigentlich nicht die gleichen Kontakte mit der Erde hat, wie der normale Mensch (…)ich bin immer (…) über der Erde hinwegbalanciert und hab meine Sprüche gemacht.“

So hat es Ludwig Harig gerne erzählt. Mit sprachexperimentellen Texten, inspiriert u.a. durch die französische Literatur der 50er und 60er Jahre, hat er seine literarische Karriere begründet, doch es waren seine großen, eher traditionell geschriebenen autobiographischen Romane über die Zeit des Nationalsozialismus, die ab 1986 erscheinen, die den Sulzbacher berühmt gemacht haben: „Ordnung ist das ganze Leben“, „Wehe dem, der aus der Reihe tanzt“ und „Wer mit den Wölfen heult, wird Wolf“. 2002 erschien dann der von manchen sogenannte „vierte Band“ dieser Reihe: „Und wenn sie nicht gestorben sind“, in dem Ludwig Harig viele Erzählfäden aus den drei vorangegangenen Romanen aufgreift und seine Lebensgeschichte mit der regionalen Geschichte verknüpft, u.a. Willi Graf spielt eine wichtige Rolle darin.

Die Sendung aus dem Jahr 2002 dreht sich um dieses Buch, aber Ralph Schock lässt im Gespräch mit dem Autor auch Ludwig Harigs Leben und Schreiben Revue passieren.

Eine Hommage an den großen Saarländer, der am 5. Mai 2018 in seiner Heimat Sulzbach gestorben ist.

Programmänderung

Die ursprünglich für diesen Termin geplante Sendung über Milena Michiko Flašar ("Herr Kato spielt Familie") wird am 12. Juni 2018 ausgestrahlt.


Sonntag, 13. Mai 2018, 17.04 Uhr: HörspielZeit
"Staatsbegräbnis I"
Die "HörspielZeit" bietet auf SR 2 KulturRadio jeden Sonntag ein literarisches Erzählhörspiel. Besonderes Gewicht im Programm der Hörspielzeit haben Autoren aus dem französischen Sprachraum, insbesondere aus Frankreich und Québec. Am 13. Mai hören Sie das Hörspiel "Staatsbegräbnis" von Ludwig Harig aus dem Jahr 1969.


Vorschau

In "Literatur im Gespräch" am Dienstag, 15. Mai:

Thomas Mann: "Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull", gelesen vom Autor


Literatur im Gespräch

Dienstags von 20.04 bis 21.00 Uhr auf SR 2 KulturRadio

Ein Forum für literarische Texte, die im Gespräch sind oder durch die Sendung ins Gespräch gebracht werden sollen.

Es handelt sich um Romane, Erzählungen, Essays oder Gedichte, die veröffentlicht oder noch unveröffentlicht sind. Die Sendung will Autoren von "draußen" ins Land und Autoren aus dem Land nach draußen vermitteln. Zu hören sind Studiogespräche sowie Mitschnitte öffentlicher Lesungen von bekannten und unbekannten Schriftstellern, von Nobelpreisträgern wie (wenn sie interessant sind) von Autoren, die ihre Bücher im Selbstverlag herausbringen. Die Autoren sind in der Regel deutschsprachig.

Redaktion: Tilla Fuchs

Kontakt: literatur-im-gespraech@sr.de

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