Brot in Herzform (Foto: Pixabay/11165576)

Jesus, du Brot, von dem wir leben

Ein Text zur Karwoche von Harald Müller-Baußmann

 

Die Bedeutung des Brotes ist in der Heiligen Messe nicht hoch genug einzuschätzen. Christen glauben, dass in der Wandlung Jesus Christus tatsächlich unter uns ist. Ein Text zur Karwoche von Harald Müller-Baußmann.

In der Karwoche verdichtet sich der Glaube an Jesus Christus. Noch einmal erfährt man die Höhen und Tiefen menschlichen Lebens und Leidens. Der Palmsonntag brachte einen Hoffnungsschub. Da jubelten die Menschen Jesus noch zu. Karfreitag ist der Tiefpunkt möglichen Leidens, und mit Ostern siegt das Leben, das zur Auferstehung drängt.

Mithilfe der Jesus-Litanei können Glaubensgeheimnisse besonders in der Karwoche betrachtet werden. Eine davon lautet:

Jesus, du Brot, von dem wir leben.


Gedanken zur Karwoche: Jesus, du Brot, von dem wir leben
Audio [SR 2, Harald Müller-Baußmann, 14.04.2022, Länge: 03:10 Min.]
Gedanken zur Karwoche: Jesus, du Brot, von dem wir leben


Wer satt ist, kennt das Hungergefühl nicht. Diese Aussage trifft für uns in den reichen Ländern der Erde zu. Wie wichtig das tägliche Brot ist, wird erst dann klar, wenn man den Mangel spürt. Brot stillt nicht nur den hungrigen und knurrenden Magen; Brot weckt auch die Lebensgeister, schenkt Energie, um den Alltag rein körperlich zu bewältigen.

Brot ist ein Lebenselexier und ein Menschenrecht. Jeder Mensch muss genügend zu essen haben, auch wenn es für viele noch immer ein Traum bleibt.

Die Bedeutung des Brotes ist in der Heiligen Messe nicht hoch genug einzuschätzen. Christen glauben, dass in der Wandlung Jesus Christus tatsächlich unter uns ist. Gläubige kennen die Einsetzungsworte Jesus beim Letzten Abendmahl.

In unserer modernen Sprache lässt sich das auch so lesen:

Jesus nahm dann also ein Stück Brot und sagte:
Das ist mein Leib, der für euch gebrochen wird, damit ihr eurer Erlösung
ganz nahe kommt.

Ich aber bin die Erlösung.
Dann nahm er den Becher mit Wein und sagte:
Das hier, seht, es ist mein Blut,
das ich vergießen werden für die Welt und
für euch und alle, die euch in meinem Namen nachfolgen werden.

Denkt an das Reich Gottes, das zu verwirklichen ihr mithelfen sollt.
Und in Zukunft, wann immer ihr Beisammen seid:
Haltet Mahl zur Erinnerung an mich und diesen heiligen Abend.
Ihr seid die einzigen Zeugen meiner Worte
und dieses einmaligen Mahles.

Wir werden erst wieder gemeinsam Mahl
halten, wenn auch ihr im Himmelreich sein werdet
und Gott schauen dürft
von Angesicht zu Angesicht.
Ich aber werde im Brot immer zugegen sein.

Du Brot, von dem wir leben – gemeint ist also das materielle, das geistige und geistliche Leben. Das feiern Christen immer wieder in der Eucharistie. Das heißt wörtlich übersetzt „Danksagung“. Wer das Brot in sich aufnimmt, sagt gleichzeitig Dank für die Gaben, unter denen Jesus in uns gegenwärtig ist.

Ein schönes Bild, ein bedeutungsvolles Zeichen mit einer immensen Auswirkung für unser aller Glaubensleben. Im Geheimnis der Eucharistie wird immer wieder neu die wahre Begegnung mit Jesus geschenkt. Er lebt in uns und wir in ihm.

Näher kann man ihm nicht kommen. Was für ein wertvolles Geschenk!


Harald Müller-Baußmann
Gedanken zur Karwoche 2022
SR 2 KulturRadio sendet in der Karwoche - mit Ausnahme des Karfreitags - täglich gegen 10.55 Uhr Gedanken über Leid, Schmerz und die Hoffnung auf Erlösung. Die Texte stammen von Harald Müller-Baußmann.


Ein Thema in der Sendung "Der Vormittag" am 14.04.2022 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt einen herzförmigen Brotlaib (Foto: Pixabay/11165576).


LebensZeichen

Samstags um ca. 10.55 Uhr auf SR 2 KulturRadio

LebensZeichen stellt (sich) Fragen des Lebens: Woher komme ich? Wohin gehe ich? Wie gestalte ich mein Leben (auch in Krisen)? Was ist der Sinn?

Partner von SR 2 KulturRadio: Bistum Trier
"LebensZeichen" - die Beiträge zum Nachlesen
Das Bistum Trier stellt die Texte der Sendung "LebensZeichen" auch online.

Artikel mit anderen teilen

Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja