Tobias Hans (Foto: IMAGO / Political-Moments)

Tobias Hans: Kein "Was wäre wenn"

Ein Gespräch mit Tobias Hans, Ministerpräsident und Spitzenkandidat der CDU bei der Landtagswahl 2022 im Saarland

Janek Böffel   18.03.2022 | 15:40 Uhr

Sendung: Samstag 19.03.2022 12:45 Uhr

Nein, er mache sich keine Gedanken, "was wäre wenn", sagt Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) im SR-Interview. Natürlich, das ist eine der Standardantworten.

Und natürlich, noch ist es etwas mehr als eine Woche hin bis zur Landtagswahl im Saarland. Da kann noch so manches passieren. Aus Sicht der CDU und Ministerpräsident Tobias Hans muss auch noch so manches passieren. Denn der Vorsprung der SPD in den Umfragen verfestigt sich zusehends. Im jüngsten Deutschlandtrend liegt die SPD sechs Prozentpunkte vor der CDU, da steigt der Druck.

Aber noch gebe es Hoffnung: "Viele Menschen sind noch unentschlossen", sagt Hans, "Wir leben derzeit in schwierigen Zeiten, das ist etwas, das die Menschen umtreibt." Die CDU setze auf die richtigen Themen und das werde sich bei der Wahl bemerkbar machen.


Im Interview: Tobias Hans, CDU Saar
Audio [SR 2, Janek Böffel, 18.03.2022, Länge: 16:03 Min.]
Im Interview: Tobias Hans, CDU Saar


Fehler im Wahlkampf

Auch Hans weiß, dass der Wahlkampf bisher alles andere als optimal läuft. "Da ist es uns wahrscheinlich zu wenig gelungen, die Themen nach außen zu transportieren." Dabei geht es nicht einmal um die Frage, ob sein viel zitiertes Tankstellenvideo nun tatsächlich zu seinem Schaden war, sondern um gleich mehrere kleine Punkte, gepaart mit groben Schnitzern.

Beispielsweise bei der Vorstellung seines Kompetenzteams, bei dem noch am selben Abend die Zuständige für Kultur gleich wieder zurücktrat, weil Bilder von ihr aufgetaucht waren, die sie auf einer Anti-Corona-Maßnahmen-Demo zeigten. Der Rest des Teams, selbst die größte Überraschung, der Virologe Jürgen Rissland, traten plötzlich in den Hintergrund.

Auch wenn Hans das nicht so stehen lassen will. "Das ist so nicht richtig. Die Menschen reden sehr wohl über dieses überparteilich aufgestellte Team." Das könne am Ende auch dazu beitragen, dass sich auch Wechselwähler am Ende noch für die CDU entschieden.

Themen verfangen nicht

Aber es wird sich etwas tun müssen. Sicher, die gesamte Unzufriedenheit mit dem Corona-Management der Landesregierung zahlt deutlich stärker bei der CDU ein als bei der SPD. Das lasse wenig Raum für anderes auch nicht für positives.

"Und da setze ich darauf, dass in den Tagen bis zur Wahl diese Erfolge, die uns gelungen sind, dass das auch nochmal in den Vordergrund rückt." Seien es Ansiedelungen oder auch das Thema Innere Sicherheit, das derzeit im Wahlkampf allerdings kaum verfängt.

Plötzlich G9, beitragsfreie Kita und 365-Euro-Ticket

Aber auch bei den Themen muss man die Frage stellen, ob vieles nicht zu plötzlich kam und zu wenig vorbereitet ist. So wie eine mögliche Rückkehr zu G9, die beitragsfreie Kita oder das 365-Euro Ticket.

Punkte, die wahrscheinlich schon in der aktuellen Legislatur mit der SPD hätten gestemmt werden können, die aber erst im Wahlkampf auf der Agenda der CDU standen.

"Man muss sehen, dass das, was ich mit meinem Team einbringe, eine klare Veränderungsagenda ist. Ich habe, als ich ins Amt gekommen bin gesagt, es muss sich was verändern, damit es für alle gut wird", kommentiert Hans.

Kein Plan B

Aber die Zeit wird knapp. Und auch wenn Hans sagt, er mache sich keine Gedanken über das "Was wäre wenn", was mit ihm selbst passiert, falls die Wahl verloren geht: Die Unruhe in der Partei nimmt mit jeder Umfrage zu.

Er selbst aber sagt immer wieder, dass er keinen Plan B habe, dass er sich mit einem "Was wäre wenn" nicht beschäftige. Zumindest nicht vor dem 27. März.


Ein Thema in der Sendung "Bilanz am Mittag" am 19.03.2022 auf SR 2 KulturRadio. Das Bild ganz oben zeigt Ministerpräsident Tobias Hans (Foto: IMAGO / Political-Moments).


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