SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil: "Es gibt nicht zuviel Sozialstaat"

"Es gibt nicht zuviel Sozialstaat"

Das Interview der Woche mit Lars Klingbeil, Generalsekretär der SPD

Evi Seibert. Onlinfassung: Raphael Klein  

Die Union zerstritt sich über die Frage Laschet oder Söder. Am Ende steht Laschet da, doch schwer beschädigt. Die Grünen schicken Annalena Baerbock ins Rennen, deutlich geräuschloser als die Union. Doch was macht eigentlich die Partei, die ihren Kandidaten schon längst gekürt hat? Evi Seibert ist dieser Frage mit Lars Klingbeil dem Generalsekretär der SPD nachgegangen. Das Interview der Woche.

Sendung: Samstag 24.04.2021 12:45

Mehr Investitionen in Klimaschutz, Zukunftstechnologien, in den Gesundheitsbereich und Digitalisierung - und gleichzeitig mehr Sozialstaat, u. a. dafür stehe die SPD im kommenden Wahlkampf. Das sagt SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil im Interview der Woche.

Mehr Sozialstaat

Insbesondere der Sozialstaat müsse sich wandeln - auch im Hinblick auf den Wohnungsmarkt und das Thema bezahlbares Mieten. Hier grenze man sich klar von Union und Grünen ab und stehe für ein Mietmoratorium.

Außerdem müsse man die sozialen Sicherungssysteme insgesamt ausbauen. Das habe auch die Pandemie zum Beispiel bei Künstlern, Soloselbstständigen und Kreativen gezeigt. Hier müsse der Sozialstaat sich besser an die aktuellen Herausforderungen wie die Digitalisierung anpassen - zum Beispiel mit mehr Weiterbildung.

"Europa muss stärker werden"

Ein weitere wichtige Aufgabe für die künftige Bundesregierung sei es, Europa zu stärken - und zwar in enger Zusammenarbeit mit Frankreich. Zum einen müsse man nach innen stärker populistische und rechtsextreme Kräfte bekämpfen. Zum anderen brauche es nach außen im wirtschaftlichen und technologischen Wettkampf mit den USA und China ein stärkeres Europa, fordert Klingbeil.

"Union hat moralischen Kompass verloren"

Die Union kritisiert Klingbeil hingegen scharf. Sie brauche nun mal etwas Zeit auf Oppositionsbank. Das habe unter anderem der Maskenskandal gezeigt. Die Union habe nicht nur den moralischen Kompass verloren, sondern zeige sich außerdem auch inhaltsleer. Koalitionen schließe er allerdings noch nicht aus - außer mit der AfD, so Klingbeil. Unter Demokraten müsse man grundsätzlich koalitionsfähig sein. Aber nun kämpfe jetzt erstmal jeder für sich.


Ein Thema in der Sendung "Bilanz am Mittag" vom 24.04.2021 auf SR 2 KulturRadio.


Das Interview der Woche

Jeden Samstag gegen 12.45 Uhr in der "Bilanz am Mittag" auf SR 2 KulturRadio

In der "Bilanz am Mittag" auf SR 2 KulturRadio wird jeden Samstag gegen 12.45 Uhr ein etwa 15-minütiges Interview ausgestrahlt. Diese Gespräche mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Kultur bieten den Hörern von SR 2 KulturRadio nicht nur Argumente und Fakten zu wichtigen Themen und Entscheidungen, sondern auch persönliche Eindrücke über die Handelnden.

Die Interviews entstehen in enger Zusammenarbeit mit dem Hauptstadtstudio Berlin. Der Sendeplatz wird so zu einem Forum für internationale und regionale Themen.

Kontakt: bilanz@sr.de

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