"Saarland könnte Vorreiter beim Thema Nachhaltigkeit werden"

"Saarland könnte Vorreiter beim Thema Nachhaltigkeit werden"

Das Interview der Woche mit Susanne Speicher, "Fridays for Future" Saarland

Kerstin Gallmeyer, Michael Schneider   26.07.2019 | 07:00 Uhr

Sendung: Samstag 27.07.2019 12:45 Uhr

In Sachen Energiewende sei noch eine Menge zu tun – das Saarland hinke bei den erneuerbaren Energien weiter hinterher, bedauert Susanne Speicher von Fridays for Future Saarland. Im bundesweiten Vergleich sei es immer noch Schlusslicht. Dabei habe das Saarland viel mehr Potenzial:

Die vielen ungenutzten Dachflächen von Industriegebäuden könnten beispielsweise für Solarenergie genutzt werden. Da sei auch die Politik gefragt: Denkbar wäre es, gesetzlich zum Bau von Photovoltaikanlagen auf Dächern zu verpflichten.

Im Gespräch mit Susanne Speicher
Video [SR.de, Kerstin Gallmeyer, 25.07.2019, Länge: 18:35 Min.]
Im Gespräch mit Susanne Speicher

Klimaschutz soll sozial gerecht sein

Um mehr Klimaschutz zu erreichen und klimaschädliche Treibausgase einzusparen, wird in der deutschen Politik gerade über eine Steuer auf CO2 diskutiert. Aus Sicht von Susanne Speicher muss eine solche Maßnahme aber sozial gerecht sein und darf nicht zu Lasten von Menschen gehen, die ohnehin wenig Geld haben.

Am 20. September will das Klimakabinett in Berlin über sein Maßnahmenpaket für den Klimaschutz entscheiden. Ob dabei etwas Effektives bei herauskommt? „Ich bin sehr gespannt, wie sie das machen wollen – bisher habe ich wenig Hoffnung“, so Speicher.

Die Aufklärungsarbeit soll besser werden

Von der saarländischen Politik wünscht sich die Fridays for Future Saarland-Sprecherin auch bessere Aufklärungsarbeit zum Thema Klimawandel. „Wie kommen wir an die Menschen heran, die aktuell noch wenig vom Thema berührt sind, damit man die Akzeptanz innerhalb der Gesellschaft bekommt?“

"Mut zur Veränderung von allen Seiten"

"Vorreiter beim Thema Nachhaltigkeit"
Audio [SR 3, Kerstin Gallmeyer / Susanne Speicher, 26.07.2019, Länge: 02:55 Min.]
"Vorreiter beim Thema Nachhaltigkeit"


Nach Meinung von Susanne Speicher könnte das Saarland in zehn Jahren Vorreiter beim Thema Nachhaltigkeit werden: „Wir könnten ein schönes, nachhaltiges Bundesland werden. Dafür ist aber sehr viel notwendig. Und es braucht Mut zur Veränderung von allen Seiten.“ Gerade auch Politiker müssten Vorbild sein für ein nachhaltiges Leben. „Wenn wir es hinbekommen, dann würde mich sehr freuen, sagen zu können: Das Saarland hat seinen Teil dazu beigetragen, das Pariser Klimaschutzabkommen einzuhalten.“

Dafür und für den Klimaschutz auf der ganzen Welt hat die Fridays for Future-Bewegung zu einem globalen Klimastreik am 20. September aufgerufen, bei dem Jung und Alt gemeinsam auf die Straße gehen sollen.

Porträtfoto Susanne Speicher (Foto: Susanne Speicher)
Susanne Speicher: Selfie


Die SR-Sommerinterviews

Michael Schneider und Kerstin Gallmeyer (Foto: SR)
Führen die SR-Sommerinterviews 2019: Michael Schneider und Kerstin Gallmeyer

Was wird aus uns, aus unserem Planeten? Eine Frage, die im Sommer 2019 die Republik beschäftigt. Im ganzen Land gehen freitags Schüler auf die Straße, weil sie sich Sorgen machen um ihre eigene Zukunft und der Politik Versagen angesichts des Klimawandels vorwerfen. Politiker wiederum ringen um die richtige Position zwischen einer klimapolitischen Kehrtwende und der Bewahrung von Wohlstand und Wirtschaftskraft.

Naturschützer und Biologen konstatieren währenddessen nüchtern: Unsere Natur ist bereits vom Wandel erfasst. Sommer werden wärmer und trockener, Winter feuchter, und das hat ganz konkrete Auswirkungen auf unsere heimische Tier- und Pflanzenwelt. Und Psychologen gehen der Frage nach: Ist unsere Gesellschaft gewappnet für den Wandel? Und schaffen wir es, gemeinsam auf die Veränderungen zu reagieren?

Auch der Saarländische Rundfunk geht in den diesjährigen SR-Sommerinterviews allen diesen Fragen nach. Wie steht es ganz konkret um die Natur im Saarland? Was sind die Forderungen an die Politik? Wie müssen sich die großen Parteien neu positionieren? Und schaffen wir all das überhaupt rechtzeitig?


Mehr zum Thema:

Hauptstadt-Korrespondent Uli Hauck über die Ergebnisse des "Klimakabinetts" vom 18. Juli
Am 20. September soll der "CO2-Preis" feststehen
Tanken, Heizen und wohl vieles mehr werden für die Deutschen demnächst wohl erheblich teurer: Beim "Klimakabinett" in Berlin waren sich am 18. Juli alle einig, dass ein "CO2-Preis" für Verbraucher kommen soll. Am 20. September will das Gremium ein "Komplettprogramm" dafür vorlegen, das Art, Höhe und Verwendungszweck genau beschreibt.

Interview mit Dr. Felix Matthes, Öko-Institut Berlin
"Man muss das gesamte System der Energiebepreisung anpacken"
Das Klimakabinett der Bundesregierung hat am 18. Juli getagt und mehrere Varianten, um den CO2-Ausstoß mit einem Preis zu belegen, diskutiert. Auch wenn Entscheidungen erst im September fallen sollen, hat das Klimakabinett die unterschiedlichen Gutachten gemeinsam ausgewertet. Über das Thema hat SR-Moderator Stephan Deppen mit Dr. Felix Matthes vom Öko-Institut Berlin gesprochen.

Ein Thema u. a. in den SR-Hörfunknachrichten vom 26.07.2019 und in der Sendung "Bilanz am Mittag" am 27.07.2019 auf SR 2 KulturRadio.


Das Interview der Woche

Jeden Samstag gegen 12.45 Uhr in der "Bilanz am Mittag" auf SR 2 KulturRadio

In der "Bilanz am Mittag" auf SR 2 KulturRadio wird jeden Samstag gegen 12.45 Uhr ein etwa 15-minütiges Interview ausgestrahlt. Diese Gespräche mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Kultur bieten den Hörern von SR 2 KulturRadio nicht nur Argumente und Fakten zu wichtigen Themen und Entscheidungen, sondern auch persönliche Eindrücke über die Handelnden.

Die Interviews entstehen in enger Zusammenarbeit mit dem Hauptstadtstudio Berlin. Der Sendeplatz wird so zu einem Forum für internationale und regionale Themen.

Kontakt: bilanz-mittag@sr.de

Artikel mit anderen teilen