Die Schrecken des Krieges verblassen nie

Die Schrecken des Krieges verblassen nie

Francisco de Goyas Blick auf das spanische Zaragoza

Von Jochen Marmit  

Sendung: Samstag 27.03.2021 9.05 bis 9.30 Uhr

Anfang Mai 1808 erhebt sich das Volk Madrids gegen die Soldaten Napoléons - die Aufstände werden brutal niedergeschlagen. Es ist der Beginn des spanischen Unabhängigkeitskrieges.

Chronist der Schrecken dieses Krieges ist der spanische Maler Francisco de Goya. Seine Radierungen, Caprichos und Desastres haben sich bis heute im Gedächtnis der Menschen eingegraben - düster, prophetisch, grotesk.

Dokumentiert hat Goya auch die Kämpfe in seiner Heimatstadt, im nordspanischen Zaragoza. Hier wuchs er auf, hier hat er gelernt und gearbeitet und eine pulsierende, lebendige Stadt erlebt, bevor er in Madrid zum Hofmaler wurde.

Zaragoza liegt nun in Trümmern. So wie Goyas Hoffnungen, die Franzosen würden Spanien die Aufklärung bringen. Enttäuscht und verbittert zieht sich der ertaubte Goya immer mehr in sich zurück, malt düstere Visionen, geht schließlich ins Exil nach Bordeaux, wo er 1828 stirbt. 

Goya geht mit uns durch seine Stadt, blickt zurück auf die guten und die schlechten Jahre Zaragozas. Wir erleben einen jungen, engagierten Goya und einen alten, grantelnden Goya. Ein akustischer Trip in die Psyche und Kunst eines einzigartigen Malers, dessen Blick auf die Schrecken des Krieges bis heute nicht verblasst ist.


HörStoff

Bis Ende März 2021 lief an Samstagen ab 9.05 Uhr auf SR 2 KulturRadio die Sendung "HörStoff". Die Sendereihe beschäftigte sich mit Themen an den Schnittstellen von Religion, Kultur und Gesellschaft.

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Verantwortlich: Ursula Thilmany-Johannsen, Thomas Bimesdörfer

Kontakt: hoerstoff@sr.de


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