Kein Zaun, keine Mauer: der Bildhauer Leo Kronbrust

Kein Zaun, keine Mauer

Der Bildhauer Leo Kornbrust

Von Gabi Heleen Bollinger  

Sendung: Samstag 31.08.2019 9:05 bis 9:30 Uhr

Den nach allen Seiten offenen Anbau seines Wohnhauses lässt er wetterfest herrichten. Leo Kornbrust, Jahrgang 1929, will seine nicht verkauften Skulpturen aus dem Atelier in St. Wendel Alsfassen nach Baltersweiler holen, an die Damra, seinem Zuhause.

Der zukünftige Nachlass des Bildhauers zeigt den skulpturalen Weg von der Kopfplastik zu einem aufs Mark entfleischten verletzbaren Stein, der sogenannten "Inneren Linie", bis hin zur Conclusio seines Schaffens, der "Straße des Friedens": Eine Skulpturenstraße mit internationalen Künstlern quer durch Europa für den Maler und Bildhauer Otto Freundlich.

Eine seiner Plastiken benutzten die Nationalsozialisten für das Titelblatt des Katalogs zur Propagandaausstellung "Entartete Kunst"; 1943 ermordeten sie Otto Freundlich im Vernichtungslager Sobibor. Dem Zerstörungstrieb der Menschen antwortet Leo Kornbrust mit fast 70 Jahren konstruktiver Bildhauerarbeit, die 2013 in einem Steinbruch in der Normandie zu einem Ende kommt.

Durch einen Schlaganfall halbseitig gelähmt, muss Leo Kornbrust Hammer und Meißel beiseitelegen. Die Lyrikerin Felicitas Frischmuth-Kornbrust dichtet zu dem Werk ihres Mannes, "mit kleinem Gepäck aus der Damra in die Welt, kein Zaun keine Mauer".


Mehr über Leo Kornbrust:

Kornbrust-Schüler Dieter Kunz
Unter den Fittichen des Kunstprofessors
Der Bildhauer Leo Kornbrust wirkte seit 1978 rund zwei Jahrzehnte lang an der Akademie der Bildenden Künste in München. Dort unterrichtete er u. a. einen jungen Mann namens Dieter Kunz, der ebenfalls aus St. Wendel stammt. Und der ist noch immer dankbar für seinen Lehrer, der ihm viel Freiheit, aber auch so manchen Rat mit auf den Lebensweg gab.

Ein Interview mit Roland Mönig, Saarlandmuseum
Roland Mönig: "Leo Kornbrust spürt direkt, was ein Ort braucht."
SR-Moderatorin Gabi Szarvas hat sich mit Roland Mönig, dem Vorsitzenden der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz und Direktor der Modernen Galerie in Saarbrücken, über Leo Kornbrust unterhalten. Er meint: "Die Straße des Friedens sein Lebenswerk zu nennen, ist fast schon ein zu kleiner Begriff".

Leo Kornbrust wird 90
Ein Meister von Holz, Stein und Schrift
Mit seiner "Straße der Skulpturen", die von Moskau bis Paris reicht, hatte sich der saarländische Bildhauer Leo Kornbrust schon vor Jahrzehnten in der Kunstgeschichte verewigt. Doch für was stehen seine Skulpturen? Welche kunsthistorische Besonderheit zeichnet den Meister von Holz, Stein und Schrift aus? SR-Reporterin Barbara Grech hat nachgeforscht.

Leo Kornbrust wird 90
Straße der Skulpturen, Straße des Friedens
Das Skulpturenprojekt "Straße des Friedens" gehört zu den Hauptwerken des saarländischen Bildhauers Leo Kornbrust. 5500 Kilometer lang führt die Strecke von Paris nach Moskau; rund 500 Kunstwerke sind bislang zu sehen. Anlässlich Kornbrusts 90. Geburtstags am 31. August hat sich SR-Reporterin Barbara Grech auf Kornbrusts Spuren begeben.

Leo Kornbrust wird 90
Der Herr der Schrift-Skulpturen in der Damra
Am 31. August feiert der große saarländische Bildhauer Leo Kornbrust seinen 90. Geburtstag. In einer kleinen Serie wird SR 2 KulturRadio den Künstler und ehemaligen Kunstprofessor aus St. Wendel und sein Werk, zu dem unter anderem das Skulpturenprojekt "Straße des Friedens" gehört, etwas genauer beleuchten.

Gabi Heleen Bollinger über Leo Kornbrust
"Kunst formt Menschen"
An Mariä Himmelfahrt zeigt das SR Fernsehen ab 18.15 Uhr den Dokumentarfilm "Der Plan des Bildhauers" über Leben und Werk von Leo Kornbrust. Wenige Tage davor stand die Filmemacherin Gabi Heleen Bollinger Rede und Antwort u. a. über apolitische Kunst und über die Entstehungsgeschichte der Doku.


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