Ja, ich bin nur Dichter

Ja, ich bin nur Dichter

Der Lyriker Johannes Kühn

Von Gabi Heleen Bollinger  

Sendung: Samstag 02.02.2019 9:05 bis 9:30

Ein Lyriker hat es nicht leicht. Eine Illustration dieser Behauptung ist das Leben des Johannes Kühn aus Hasborn, der älteste von acht Kindern einer Bergmannsfamilie. Als vierzehnjähriger Schüler im Gymnasium der Steyler Missionare in St. Wendel schreibt er erste Gedichte und erntet Spott. Klassenkamerad Benno Rech ist der einzige, der in Freund Johannes damals schon den Dichter erkennt. Im späteren Leben wird er mit seiner Frau Irmgard erfolgreich die Lyrik von Johannes Kühn herausgeben. Doch bis der Freund als poetische Überraschung gefeiert wird, vergehen weitere vierzig Jahre, in denen der Dichter seelischen Verletzungen ausgesetzt ist.

Verspottet im Dorf und Gasthaus, verlacht als mittelloser Träumer und Versemacher. Zutiefst gedemütigt stellt Johannes Kühn in den 1980er Jahren das Dichten ein, verliert sich in Schwermut. Doch Benno und Irmgard Rech haben sich den Glauben an seine Dichtkunst stets bewahrt. 1989 erscheint im Carl Hanser Verlag "Ich Winkelgast", Kühn erhält den Kunstpreis des Saarlandes, wird als Dichter anerkannt, in Deutschland und auch international. Er wird vielfach geehrt, 2004 schließlich mit dem Friedrich-Hölderlin-Preis. 24 Lyrikbände sind inzwischen veröffentlicht, Johannes Kühns Poesie ist in neun Sprachen zu lesen.


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Samstags von 9.05  bis 9.30 Uhr auf SR 2 KulturRadio

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In den Features und Reportagen geht es um

  • Fragen von Lebenssinn, Glauben und Spiritualität

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  • Fragen der Philosophie, Theologie, Moral und Ethik

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Sie finden die jeweils aktuelle HörStoff-Sendung kurze Zeit nach ihrer Ausstrahlung auch in der SR-Mediathek.

Verantwortlich: Ursula Thilmany-Johannsen, Thomas Bimesdörfer

Kontakt: hoerstoff@sr.de


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