Grabkreuze auf einem Friedhof (Foto: picture alliance / Patrick Seeger/dpa)

Die Zeit der Ruhe und der Würde ist vorbei

Stirbt unsere Trauerkultur?

Von Kirsten Serup-Bilfeldt  

Sendung: Samstag 24.11.2018 9.05 bis 9.30 Uhr

Wo wird heute noch von Nachbarn und Freunden Verstorbener die Totenwache gehalten? Wer kennt noch die Funktion sogenannter "Trennungsrituale" - etwa das Öffnen der Fenster oder das Verhängen der Spiegel nach Eintritt des Todes? Wer weiß noch, dass "Seelnonnen" oder "Lichtmütter" Frauen waren, die im Todesfall halfen, den Leichnam wuschen, den Sarg bestellten, die Totengräber organisierten?

Deutlich wird: vieles von dem, was früher Trauernden vertraut war, was im Trauerfall eine Art "Geländer" für die Hinterbliebenen sein, was Trost und Hilfe geben konnte, ist heute verlorengegangen. Anderes, Neues ist hinzugekommen. Die Fähigkeit zu trauern ist eine menschliche Grundkonstante.

Doch die Art, wie getrauert wird, unterliegt kulturellen Einflüssen, die sich im Lauf der Zeit immer wieder gewandelt haben. Und jede Epoche bringt neue Formen der Trauer hervor.

Heute, so der Direktor des "Museums für Sepulkralkultur" in Kassel, gebe es eine Freiheit von Konventionen und eine große Individualisierung und Privatisierung der Trauer. Menschen heute trauerten wie sie wollen, wo sie wollen und wann sie wollen.

Eine Rose als Zeichen der Trauer. (Foto: dpa)
Eine Rose als Zeichen der Trauer.


HörStoff

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In den Features und Reportagen geht es um

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Verantwortlich: Ursula Thilmany-Johannsen, Thomas Bimesdörfer

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