Stefan Jürgens - Ausgeheuchelt!  (Foto: Herder Verlag)

Stefan Jürgens: Ausgeheuchelt!

So geht es aufwärts mit der Kirche

 

Sendung: Sonntag 15.12.2019 9.04 bis 10.00 Uhr


Katholisch aufgewachsen, Priester geworden, als Kaplan auf Wolke Sieben: und dann? Dann erfährt Stefan Jürgens eine Kirche, die sich durch ihre Hierarchie selbst lähmt, die am Klerikalismus erstickt, die an einer Sprache festhält, die keiner mehr versteht, die Frauen, Homosexuelle und geschiedene Wiederverheiratete diskriminiert.

All das beschreibt Jürgens – so pointiert und provokant wie kaum ein Amtsträger vor ihm, und zugleich verrät er, weshalb er noch immer in dieser Kirche ist. Was sich ändern muss und wie es aufwärtsgehen kann.

So schmerzhaft Jürgens‘ Analyse ist, so hilfreich sind seine Vorschläge. Er weiß genau: Entweder es ist Schluss mit der Heuchelei. Oder es ist Schluss mit der Kirche.

"Es ist Druck im Kirchenkessel. Die gut organisierte katholische Kirche in Deutschland ist auf dem Weg in eine gut organisierte Bedeutungslosigkeit. Die Kirche ist weltfremd geworden – und die Welt kirchenfremd. Oftmals steht die Kirche dem Evangelium geradezu im Weg. Und dabei fordert der Glaubenssinn des Volkes Gottes längst Reformen. Neue Zugangswege zum Amt, selbstverständlich auch für Frauen, sowie die Freistellung des Zölibats: Beides sind Dauerthemen und mittlerweile Ausdruck einer langen und lähmenden kollektiven Sexualneurose der katholischen Kirche mitsamt ihrer institutionellen Heuchelei. Ernstnehmen anderer Lebensmodelle und Biografien, Partizipation und Förderung des Engagements der Laien auf Augenhöhe, Ökumene und interreligiöser Dialog, die über symbolisches Händeschütteln hinausgehen: All das sind Reformen, die die Kirche endlich ernsthaft angehen muss, will sie nicht in jener gut organisierten Bedeutungslosigkeit enden."

Moderation: Reingart Sauppe


Rückblick:

Die Sendung vom 8. Dezember
Boris Palmer: Erst die Fakten, dann die Moral
Politik in Deutschland sei zu oft an Wunschdenken gebunden, meint der langjährige Oberbürgermeister von Tübingen, Boris Palmer. Er fordert in seinem Buch "Erst die Fakten, dann die Moral" mehr Realitätssinn. Am Sonntag, 8. Dezember, war er damit zu Gast bei SR 2 KulturRadio. Die Sendung gibt's auch im Podcast!

Vorschau:

22. Dezember: Johan Schloemann mit "I have a dream"

29. Dezember: Albrecht Müller mit "Glaube wenig. Hinterfrage alles. Denke selbst"

5. Januar: Christian Pfeiffer mit "Gegen die Gewalt. Warum Liebe und Gerechtigkeit unsere besten Waffen sind"

12. Januar: Hanns-Christian Gunga mit "Am Tag zu heiß und nachts zu hell"


Podcast

Die Beiträge der Sendung zum Anhören

http://pcast.sr-online.de/feeds/fragen/feed.xml

Bitte kopieren sie den Link und fügen Sie ihn in ihrem Podcatcher ein.


Machen Sie mit!

Schreiben Sie uns schon jetzt Ihre Fragen per Mail, per WhatsApp oder per Facebook. Während der Sendung können Sie auch telefonisch Ihre Fragen stellen.

Kontakt:
Per Mail: fragen-an-den-autor@sr.de
Per Studio-Telefon während der Sendung: 0681 / 65 100
Per WhatsApp: 0681 / 65 100
Per Facebook: SR 2 KulturRadio

Redaktion: Kai Schmieding
Verantwortlich: Thomas Bimesdörfer

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja