Buchcover: Der Fall Italien, Ulrich Ladurner (Foto: Edition Körber)

Ulrich Ladurner: Der Fall Italien

Wenn Gefühle die Politik beherrschen

Körber Stiftung  

Sendung: Sonntag 20.10.2019 9.04 bis 10.00 Uhr


Leidenschaft, Temperament, Überschwang – das lieben die Deutschen an den Italienern. Aber was passiert, wenn hemmungslose Emotionen die Politik dominieren? Der Journalist und gebürtige Südtiroler Ulrich Ladurner analysiert die politische Situation seines Heimatlandes – und zieht ein bedrückendes Fazit.

Von Nord nach Süd und wieder zurück nach Rom reist Ulrich Ladurner: quer durch ein zorniges und zugleich ängstliches Land, in dem die Korruption grassiert und die Wirtschaft ebenso schrumpft wie die Gesamtbevölkerung.

Matera, Kulturhauptstadt 2019
Italien zwischen Glanz und Elend
Italien ächzt unter seiner Wirtschaftskrise: 2018 lag die Staatsverschuldung bei 131 Prozent des Bruttoinlandprodukts. Von all dem merkt man als Tourist in der UNESCO-Welterbestadt Matera aber erstmal wenig.

Es gibt kaum noch Institutionen, die politische Leidenschaften kanalisieren. Die Kirche, die Volksparteien, die Gewerkschaften – nur noch Schatten ihrer selbst. Rohe Emotionen dominieren nicht nur die Politik, sie formen und gestalten die Gesellschaft. In diesem Klima gewinnen die Populisten Wahlen: Die nationalistische Lega und die 5-Sterne-Bewegung bilden nicht nur eine Koalition, sondern auch eine unheilige Allianz, die den Italienern Freiheit von der EU und neue Selbstbestimmung verspricht.

Und es genügt nicht, sich darauf zu verlassen, dass italienische Regierungen nicht lange halten: Ladurner erinnert uns daran, dass die Behauptung der Populisten, die Politik wieder handlungsfähig und die Nation stark zu machen, auch in Deutschland verfängt. Wer solche Populisten bekämpfen will, darf ihnen den Grundgedanken der Demokratie und aller Politik – die Freiheit – nicht kampflos überlassen. Das ist die Lehre aus dem Fall Italien.

Moderation: Reingart Sauppe


Rückblick:

Fragen an den Autor vom 13. Oktober
Dirk Neubauer: Wir sind das Problem
Wie lassen sich mehr Menschen in kommunale Projekte einbinden? Wie wirkt man Politikverdrossenheit entgegen? Dirk Neubauer, Bürgermeister der sächsischen Stadt Augustusburg, hat darüber nachgedacht - und ein Buch daraus gemacht: "Wir sind das Problem". Am Sonntag, 13. Oktober, war er damit zu Gast auf SR 2 KulturRadio. Hier geht's zum Podcast!

Vorschau:

27. Oktober: Dieter Thomä mit "Warum Demokratien Helden brauchen"

3. November: Kristina Spohr mit "Wendezeit"

10. November: Jürgen Kaube mit "Ist die Schule zu blöd für unsere Kinder?"

17. November: Thomas Wüpper mit "Betriebsstörung"


Podcast

Die Beiträge der Sendung zum Anhören

http://pcast.sr-online.de/feeds/fragen/feed.xml

Bitte kopieren sie den Link und fügen Sie ihn in ihrem Podcatcher ein.


Machen Sie mit!

Schreiben Sie uns schon jetzt Ihre Fragen per Mail, per WhatsApp oder per Facebook. Während der Sendung können Sie auch telefonisch Ihre Fragen stellen.

Kontakt:
Per Mail: fragen-an-den-autor@sr.de
Per Studio-Telefon während der Sendung: 0681 / 65 100
Per WhatsApp: 0681 / 65 100
Per Facebook: SR 2 KulturRadio

Redaktion: Kai Schmieding
Verantwortlich: Thomas Bimesdörfer

Artikel mit anderen teilen


Push-Nachrichten von SR.de
Benachrichtungen können jederzeit in den Browser Einstellungen deaktiviert werden.

Datenschutz Nein Ja